Baden in der Spree – Utopie oder Chance für Mitte?

Zum Flussbad-Pokal schwimmen regelmäßig Sympathisanten in der Spree. Foto: Axel Schmidt

Kann man in der Spree baden? Einige Wagemutige tun das immer wieder mal, aber gesund ist es nicht und erlaubt auch nicht. Der Verein Flussbad Berlin e.V. will das ändern und ein Badeparadies in Mitte erschaffen.

Wenn es nach ihm ginge, wäre es auch spätestens 2025 soweit. Mit Hilfe eines ausgeklügelten ökologischen Filtersystems aus Kies und Schilf soll nämlich der Spreekanal, der an der Inselbrücke beginnt, ein sauberes Badegewässer werden.

Zwischen Bodemuseum und Schlossbrücke soll dann die eigentliche Badestelle mit sauberem Spreewasser entstehen; 840 Meter lang und erreichbar über breite Treppen entlang des Kupfergrabens.

Eine natürliche Staustufe entlang der Friedrichsgracht soll das Wasser mithilfe von Pflanzen und Kies reinigen.

Rund 300 Mitglieder des 2012 gegründeten Vereins Flussbad Berlin e.V. kämpfen seither darum, das Projekt zu realisieren. Inzwischen ist es auch im Koalitionsvertrag verankert und wird im Programm Nationale Projekte des Städtebaus durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bis 2018 gefördert.

Detail Filterschnitt Diagramm

Das gesamte Flussbadprojekt ist rund 1,8 Kilometer lang und erstreckt sich von der Fischerinsel bis zum Bode-Museum. Neben dem öffentlich zugänglichen Schwimmbereich sind zwei weitere Abschnitte geplant: ein Pflanzenfilter zur natürlichen Wasserreinigung und ein naturnaher Wasserlauf. Dieser Wasserlauf – der an der Fischerinsel gelegene Kanalabschnitt – wird mit uferbegleitenden Flachwasserzonen, die als Lebens- und Fortpflanzungsraum für Flora und Fauna dienen, zu einer grünen Oase umgestaltet.

Der natürliche Pflanzenfilter entsteht zwischen Gertraudenbrücke und Auswärtigem Amt. Das gegenwärtig durch Einleitungen aus der Mischwasserkanalisation verschmutzte Spreewasser soll hier durch den Einbau eines Pflanzenfilters ökologisch gereinigt werden. Dazu strömt das Wasser auf einer Länge von etwa 400 Metern durch eine mit Wasserpflanzen bestehende und rund ein Meter dicke Kiesschicht. In dieser Passage findet eine mikrobiologische Reinigung statt, so dass anschließend gefahrlos im Wasser geschwommen werden kann.

Über breite Treppen könnte der Badebereich zugänglich gemacht werden. Visualisierungen: © 2015 realties:united, Berlin, by courtesy of Flussbad Berlin e.V.

Unterstützer des Projekts wünschen sich damit auch, die Berliner Mitte wieder mehr dem Berliner zurückzugeben, als nur den Touristen zu überlassen. Für den Verein bietet das Projekt neben dem gesellschaftlichen Mehrwert die Chance, zum Botschafter für Ökologie, Nachhaltigkeit und Ressourcenverantwortung zu werden. Bis es soweit ist, wird aber noch eine Menge Wasser die Spree hinunterfließen.

www.flussbad-berlin.de

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