Eine Verwöhn-Woche in den Bergen

Berchtesgaden ist ein wunderschöner Ort.
Berchtesgaden ist ein wunderschöner Ort.

Heute möchte ich euch von meinem Kurzurlaub in Berchtesgaden und Großarl berichten: Mein kleines Dilemma begann schon beim Kofferpacken: Ich bin eine praktisch veranlagte Frau und kann mich in meiner Kleiderauswahl durchaus beschränken. Aber in eine Gegend zu reisen, wo Dirndl und Lederhosen zum Straßenbild gehören – und dann nur mit Handgepäck? Ich ahnte, dass es nicht leicht werden würde und versuchte, die optimalsten Kombinationsmöglichkeiten – maximal 8 Kilo – aus meinem Kleiderschrank zu holen.

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Das Hotel Edelweiss.

Nach dem kurzen Flug bis Salzburg übertraf das Hotel Edelweiss in Berchtesgaden dann alle meine Erwartungen. Von außen eher schlicht, aber Lage, Service und Personal waren grandios. In jedem Detail spürte man die Liebe der Familie Hettegger. Das Edelweiss-Symbol zog sich unaufdringlich durch das ganze Hotel. Ebenso unaufdringlich, aber zugleich liebevoll fürsorglich das Personal. Trotz der vielen Gäste hatte ich nie das Gefühl, nur ein Gast von vielen zu sein. Massage? – Bekommen Sie am Mittwoch in Großarl, dem „Mutterhaus“ der Edelweiss-Hotels. Der Bus? – Moment, ich drucke Ihnen den Busfahrplan aus … Und genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied und den Aufenthalt so angenehm. Zum Frühstück liegt die Hauspost auf dem Tisch, aktuelle Tageszeitungen sind ebenfalls reichlich vorhanden. Die Kinder werden im hauseigenen Kinderclub betreut, das Auto steht für 4 Euro pro Tag in der Tiefgarage, am Morgen gibt es eine Runde Aquafitness mit Stephi oder Nachmittags Nordic Walking. Selbstverständlich liegen Regenschirme auf dem Zimmer und wer einen kleinen Durchhänger nach der großen Wanderung verspürt, greift an der Rezeption kurz mal in die Schale mit den rosa Brausebonbons, bevor man sich für Panoramarestaurant, Café Einkehr oder doch den hauseigenen Biergarten im Gasthof Neuhaus entscheidet.

Ein Stadtbummel in dem kleinen Örtchen lohnt sich.
Ein Stadtbummel in dem kleinen Örtchen lohnt sich.

Und während ich so auf mein kühles Radler warte, schweift mein Blick in Richtung Watzmann; den nehme ich mir vor, wenn ich noch einmal wiederkomme. Aber lange Zeit habe ich für meine kleine Pause nicht, denn schon steht eine Führung durch das Schloss Berchtesgaden an. Am Abend wartet ein leckeres Abendessen auf der Terrasse, begleitet von heimischer Live-Musik. Schließlich ist heute Musi-Montag

Vier der Hettegger-Frauen beim traditionellen Gesang.
Vier der Hettegger-Frauen beim traditionellen Gesang.

Am nächsten Tag steht der Umzug nach Großarl an. Die Chefin des Hauses, Martina Hettegger, bringt uns persönlich ins Edelweiss Großarl. Unterwegs nutzen wir die Chance zu einer exklusiven Ausfragerunde. So erzählt sie von der Großfamilie, von der insgesamt 17 Familienmitglieder rund um Peter Hetteger (der Erste) im „Unternehmen Edelweiss“ arbeiten. Zusammengehörigkeit ist den Hetteggers wichtig, nur so funktioniert das Konzept. So teilen sie mit den Gästen ihre Heimat und sind Gastgeber mit Leib und Seele, und zu keiner Sekunde hat man das Gefühl, dass es ein aufgesetztes Gehabe ist.

Die Krapfen von Oma Hettegger sind köstlich.
Die Krapfen von Oma Hettegger sind köstlich.

Oma Hettegger beispielsweise ist 83 und backt noch jeden Freitag im Kösslerhaus ihre Bauernkrapfen. Dabei werden dann traditionelle Lieder aus dem Großarltal gesungen.

Riesiger Spa-Bereich.
Riesiger Spa-Bereich.

Ich probiere am Abend natürlich gleich wieder den großzügigen Sauna- und Fitnessbereich in der zweiten Etage aus. Bademäntel, Saunaschlappen, eine Badetasche mit vier großen Saunatüchern stehen bereit. Ein 180 m² großes Hallenbad erwartet mich, dazu fünf Saunen, Whirpool und Tauchbecken im Freien. Mit meiner Liege auf der Wiese liegend lausche ich den Glöckchen, die die Schafe beim Weiden verursachen. So schön kann auch ein Kurzurlaub sein!

Die Wandermöglichkeiten sind vielfältig.
Die Wandermöglichkeiten sind vielfältig.

Und wer es etwas aktiver mag, der kann im Sommer wandern – auf diversen Routen in alle Himmelsrichtungen. Das Salzburger Land lädt aber genauso zum Mountainbiken oder Skifahren ein. Fahrräder und Wanderstöcke gibt es natürlich im Hotel zum Ausleihen und auch der hauseigene Wanderrucksack hängt in jedem Zimmer.

Peter Hettegger (l.) hält die Fäden zusammen.
Peter Hettegger (l.) hält die Fäden zusammen.

Was soll ich sagen, ich könnte noch so vieles erzählen – von meiner Wohlfühlmassage, der Wanderung auf die Karseggalm, vom Salzbergwerk oder vom Kehlstein – viel authentischer ist es, wenn ihr es selbst erlebt habt. Für mich war es ein intensiver und wunderschöner Kurzurlaub und ich werde ganz sicher wiederkommen!

PS: Mit meiner Auswahl an Kleidung bin ich ganz gut hingekommen, es gibt in Berchtesgaden nämlich wunderbare Geschäfte :-). Trotzdem packe ich nächstens auch ein Dirndl ein …