Haubentracht und Gurkenkahn

Mit dem Kahn werden auch heute noch Waren durch den Spreewald transportiert. Für kältere Temperaturen gibt es Decken oder Kähne mit Kamin.
Mit dem Kahn werden auch heute noch Waren durch den Spreewald transportiert.

Von Berlin nur einen Katzensprung entfernt und ideal für ein verlängertes Wochenende öffnet der Spreewald seine Arme und bietet einen tollen Ausgangspunkt für Ausflüge in die reiche Tier- und Pflanzenwelt. Zu jeder Jahreszeit kann man hier nicht nur die einzigartige Landschaft, sondern auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten und eine typisch regionale Küche erleben. Ein Beitrag aus der Ausgabe 1-2017 von MITTE bitte!

Marga Morgenstern (l.) gibt gern ihr Wissen über den Spreewald weiter und Christa Dziumbla präsentiert die handbestickte Tracht, die sie als letzte Trachtenstickerin von Hand gefertigt hat.
Marga Morgenstern (l.) gibt gern ihr Wissen über den Spreewald weiter und Christa Dziumbla präsentiert die handbestickte Tracht, die sie als letzte Trachtenstickerin von Hand gefertigt hat.

Nach einer Zeit des Versäumens gibt es inzwischen wieder große Bemühungen, die alten Traditionen der Spreewaldregion zu erhalten und fortzuführen. Denn das Biosphärenreservat im Südosten Brandenburgs hat deutlich mehr zu bieten als Kahnfahren und eingelegte Gurken. Diese wendisch-sorbische Region in seiner Einmaligkeit den Menschen näherzubringen, hat sich beispielsweise Heimatkundlerin Marga Morgenstern auf ihre Fahne geschrieben. In ihrer reich bestickten Tracht erinnert sie an alte Bräuche und erklärt den Touristen die Besonderheiten der wendisch-sorbischen Kultur. So erfährt man von ihr, dass die Form jeder Haube erzählt, aus welchem Ort ihre Trägerin stammt. In jedem Ort und zu jedem Anlass gibt es nämlich unterschiedliche Gewänder, die inzwischen insbesondere wieder bei traditionellen Festen getragen werden. Originale Trachten werden heutzutage übrigens nur noch von wenigen Stickereistuben in echter Handarbeit angefertigt.

Für kühlere Temperaturen sind die Kähne mit Decken oder sogar einem Ofen ausgestattet.
Für kühlere Temperaturen sind die Kähne mit Decken oder sogar einem Kamin ausgestattet.

Natürlich gehört zu jedem Spreewaldbesuch auch ein Ausflug mit einem langen Spreewaldkahn durch die verschlungenen Fließe dieser einzigartigen Lagunenlandschaft. Dabei stakt der Fährmann vorbei an den spreewaldtypischen Häusern, die meist noch mit Reet gedeckt sind. Es gibt viel zu sehen links und rechts der Wasserkanäle und die einheimischen Bootsführer wissen auf ihrer Tour viel über Land und Leute zu berichten. Wer will, kann auch nur die Ruhe der Natur genießen oder unterwegs die regionale Küche des Spreewalds probieren.

Die Küche des Spreewaldes ist bodenständig und regional geprägt.
Die Küche des Spreewaldes ist bodenständig und regional geprägt.

Denn neben Schmorgurken, Kartoffeln und Leinöl – den wohl bekanntesten Gerichten der Region – findet man auch interessante Fisch- und Fleischangebote auf der Speisekarte. An sich dominieren in der Spreewald-Küche einfache und bodenständige Gerichte und man kocht mit Zutaten, die Hof und Garten hergeben.

In der Kräutermanufaktur von Peter Franke wird das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse verwertet.
In der Kräutermanufaktur von Peter Franke wird das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse verwertet.

Daran orientiert sich auch Peter Franke mit seiner Kräutermanufaktur in Burg. Möhren, Pastinaken, Kürbis oder Topinambur – hier wird einfach alles verarbeitet, was die Region zu bieten hat. Franke bietet Kochkurse und Kräuterspaziergänge an und macht seinen Gästen selbst Wildkräuter wie Vogelmiere schmackhaft. Es gibt Erlebniskurse zu Fisch, Wild, Kräutern, Blumen oder Getreide – alles auf die verschiedenen Jahreszeiten abgestimmt. Eine Reise in den Spreewald lohnt also in jeder Saison.

Kräuter werden getrocknet, Gemüse wird in Kochkursen weiterverarbeitet.
Kräuter werden getrocknet, Gemüse wird in Kochkursen weiterverarbeitet.


Anreise:
mit dem Auto über die A13, mit der Bahn (RE2 oder OGED) bis nach Lübben, Lübbenau oder Vetschau
Hoteltipp: Hotel “Zum Stern” in Werben

Tipps für Ausflüge:

 

 

Foto oben: Peter Becker/pixelio