HistoPopArt im Menschen Museum

Nebenhodengewebe einmal anders dargestellt. Foto: Anne Kerber
Nebenhodengewebe einmal anders dargestellt.

Unheimlich bunt und herrlich abstrakt – so wirken die Bilder von Künstlerin Anne Kerber beim ersten Hinsehen. Doch was zunächst wie beliebig angeordnete Farben, Formen und Muster aussieht, offenbart in Wirklichkeit einen tiefen Blick in das Innere des Menschen. HistoPopArt nennt Kerber ihre Kunstrichtung, die auf kreative Art die Histologie – also die Wissenschaft vom Aufbau biologischer Gewebe – mit der modernen PopArt kombiniert. Ihre faszinierenden Werke sind noch bis zum 30. April im Berliner Menschen Museum zu sehen und bieten eine unkonventionelle Möglichkeit, sich mit seinem Inneren auseinanderzusetzen.

So sehen Haare unter dem Mikroskop aus - nur nicht so schön bunt. Fotos: Anne Kerber
So sehen Haare unter dem Mikroskop aus – nur nicht so schön bunt.
Fotos: Anne Kerber

Anne Kerber kennt sich mit menschlichem Gewebe aus. Seit über 25 Jahren arbeitet sie als medizinisch-technische Assistentin in einer Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum des Saarlandes und bearbeitet dort tägliche Gewebeproben für die Diagnostik. Für ihre Bilder stellt Kerber fünf Mikrometer dünne Schnittpräparate von gesundem menschlichem Gewebe her und färbt diese ein. Unter dem Mikroskop wählt sie künstlerisch wertvolle Ausschnitte und fotografiert sie in extremer Vergrößerung.

„Danach kommt ein bisschen Magie ins Spiel“, verrät sie. Die Bilder erhalten den farb-künstlerischen Ausdruck durch computerunterstützte Wandlung. „Damit verstärke ich aber nur die natürlichen Farbeffekte. Die einzelnen Strukturen der Gewebe bleiben in ihrer ursprünglichen Form erhalten und sind weiterhin in den Bildern deutlich zu erkennen, nur eben viel größer als im Original“, so die Künstlerin. Und sie ergänzt, dass gerade medizinische Laien immer wieder fasziniert von den schönen Strukturen aus dem Körperinneren sind.

Menschen Museum
Panoramastraße 1A, 10178 Berlin