Manufakturen (Teil 3): Hutdesignerin Fiona Bennett

Immer noch ist Handgemachtes heiß begehrt und erlebt seit Jahren eine wahre Renaissance. In der Fortsetzung unserer Serie über ausgewählte Manufakturen in Berlin geht es diesmal um spektakuläre Hutkreationen.

»A great hat can change your day«

Fiona Bennett, geboren in Brighton, Großbritannien, lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in Berlin. Auf die Frage, wie sie denn auf Hüte gekommen sei, erzählt sie: „In England hatte ich eine sehr große Familie um mich herum, mit vielen wunderschönen Tanten, die wunderschöne Hüte trugen“. Nach ihrer Ausbildung zur Modistin wurde sie 1988 selbstständige Hutkünstlerin und sorgte schon früh durch spektakuläre Inszenierungen ihrer Kunst am Kopf für Aufsehen. Sie ließ Models in der Geisterbahn auftreten oder krönte die Musiker von Rammstein mit Feuerhüten.

Hutkünstlerin Fiona Bennett liebt spektakuläre Hutkreationen.

1994 bis 1996 war sie von Vivienne Westwood berufene Lehrbeauftragte an der heutigen Universität der Künste Berlin. Sie entwarf Hüte für die Schauen von Wolfgang Joops Label Wunderkind, Couturehüte aus Porzellan für Villeroy & Boch, Hüte für Fotoproduktionen von Karl Lagerfeld und vieles mehr. 2009 gründete sie mit Partnerin Emmy Urban die Zweitlinie »KISS by Fiona Bennett«. Viele nationale und internationale Berühmtheiten behüten inzwischen ihre Häupter mit Modellen von Fiona Bennett, darunter Brad Pitt, Katie Holmes, Ben Becker, Yoko Ono und Nadja Auermann.

2012 hat sie in der Potsdamer Straße ihren Raum gefunden und zusammen mit Partner Hans-Joachim Böhme ein Studio geschaffen, das seinen Besuchern nicht nur mit Hüten den Kopf verdreht. Hinter der Eingangstür wartet eine Welt in Weiß: Galerie und Erlebniswelt zugleich, hundert Quadratmeter groß, die Decke himmelhoch, der Boden ein Kunstwerk aus Holz. Dazwischen verführen Fiona Bennetts Kreationen. Ein Hutpalast.

Im Show-Atelier kann man die Hutmacherinnen bei der Arbeit erleben.

Im Show-Atelier kann man die Hutmacherinnen bei der Arbeit erleben. Am Fuße des bodentiefen Fensters sind die Hutformen aus Holz gestapelt, an den Wänden stehen Regale und Kisten voll wunderbarer Stoffe und Accessoires, wie Federn, Bänder und Schleifen. Hier werden Hüte geformt, gekämmt und genäht, Federn gedreht und gelockt, Dekorationen modelliert und fixiert. Jedes Modell wird in reiner Handarbeit gefertigt. „So entstehen edle, einfache Modelle, die gut verarbeitet sind“, sagt Fiona Bennett über ihre Arbeit. Aber auch tragbare Skulpturen und Kunstobjekte finden sich hier. Eine individuelle Anfertigung dauert zwischen zwei bis vier Wochen. Die Kunden erwartet eine erstklassige Beratung und die großzügige Offenheit von Geschäft und Atelier sorgen für Lockerheit und Wohlfühlgarantie. Hut ab!


Hut-Palast Fiona Bennett
Potsdamer Straße 81–83, 10785 Berlin
www.fionabennett.de

Text & Fotos: Ulla C. Binder