16. März 2026
Malerische Umsetzung des runden Himmelsbildes aus Dendera an einer Decke im Neuen Museum © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / Sandra Steiß

Schicksal in den Sternen – Anfänge des Tierkreises

Mit der großen Sonderausstellung „Schicksal in den Sternen. Die Anfänge des Tierkreises“ widmet sich das Neue Museum auf der Museumsinsel Berlin einem der einflussreichsten Wissenssysteme der Menschheitsgeschichte. Vom 21. März 2026 bis zum 10. Januar 2027 lädt die Ausstellung dazu ein, den Tierkreis neu zu entdecken – jenseits von Alltagsklischees und populären Horoskopen, eingebettet in aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen.

Der Tierkreis gehört zu den kulturellen Errungenschaften der Antike, die bis heute nachwirken. Seine Ursprünge reichen nach Babylonien zurück, von wo aus er sich über Jahrhunderte hinweg nach Ägypten, Griechenland und Rom verbreitete. Die Ausstellung folgt dieser faszinierenden Reise durch Raum und Zeit und beleuchtet einen Zeitraum von etwa 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. Anhand herausragender, teilweise noch nie gezeigter Objekte aus den Sammlungen des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung sowie des Vorderasiatischen Museums wird sichtbar, wie sich astronomisches Wissen, religiöse Vorstellungen und gesellschaftliche Praktiken gegenseitig beeinflussten.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was der Tierkreis eigentlich ist – und was er für unterschiedliche Kulturen bedeutete. War er ein Instrument zur Vorhersage des Schicksals, ein Ordnungssystem des Himmels oder ein Ausdruck der Vorstellung von kosmischer Harmonie? Die Ausstellung zeigt, dass der Tierkreis all dies zugleich sein konnte. Er verband Himmel und Erde, Wissenschaft und Glauben, Beobachtung und Deutung. Mit der Einführung des Tierkreises entstand in Babylonien die Horoskopie als neue Form der Astrologie, die erstmals nicht nur Herrschern, sondern auch Privatpersonen offenstand. Damit markiert der Tierkreis einen Wendepunkt in der Geschichte des Wissens.

Auch aus heutiger Perspektive ist seine Bedeutung ungebrochen. Obwohl Horoskope häufig als esoterisch oder pseudowissenschaftlich gelten, spiegeln sie ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis nach Sinn, Selbstkenntnis und Orientierung wider. Die Ausstellung geht darüber hinaus und zeigt, dass der Tierkreis auch die Grundlagen moderner wissenschaftlicher Methoden beeinflusst hat. Systematische Beobachtung, Datensammlung, Berechnung und Prognose – all das hat seine Wurzeln in den antiken astronomischen Verfahren, die im Zusammenhang mit dem Tierkreis entwickelt wurden. In einer Zeit, in der digitale Technologien unseren Alltag prägen, eröffnet dieser Blick in die Vergangenheit neue Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft.

Begleitet wird die Ausstellung von einem reich bebilderten Katalog, der die präsentierten Themen vertieft und dauerhaft zugänglich macht. „Schicksal in den Sternen“ ist damit nicht nur eine Ausstellung über die Antike, sondern eine Einladung, das Verhältnis von Mensch und Kosmos neu zu reflektieren.


„Schicksal in den Sternen. Die Anfänge des Tierkreises“
Ort: Museumsinsel Berlin, Neues Museum
Bodestraße 1–3, 10178 Berlin

Laufzeit: 21. März 2026 – 10. Januar 2027
Eröffnung: Freitag, 20. März 2026, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr

Eine Sonderausstellung des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, des Vorderasiatischen Museums – Staatliche Museen zu Berlin – und des Forschungsprojekts „ZODIAC – Ancient Astral Science in Transformation“ (European Research Council / Freie Universität Berlin).

Malerische Umsetzung des runden Himmelsbildes
aus Dendera an einer Decke im Neuen Museum.
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum
und Papyrussammlung / Sandra Steiß