Berlin bekommt ein neues Museum – zumindest dem Namen nach. Das bisherige Stadtmuseum Berlin heißt ab sofort Berlin Museum. Mit dem neuen Namen und einem überarbeiteten Erscheinungsbild will die Stiftung Stadtmuseum Berlin ihre verschiedenen Häuser und Angebote stärker unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen.
Berlin selbst liefert dabei das Thema. Die Geschichte der Stadt ist geprägt von vielen Anfängen, gewachsenen Kiezen, Migration, Teilung und dem Zusammenwachsen von Ost und West. Diese unterschiedlichen Perspektiven und auch die Widersprüche der Stadt spiegeln sich in den verschiedenen Standorten des Berlin Museums wider. Der neue Name stellt deshalb bewusst Berlin an die erste Stelle.
„Berlin ist unser Thema – und das in all seinen Facetten“, sagt Sophie Plagemann, Künstlerische Direktorin des Berlin Museums. Die Stadt sei vielstimmig, geprägt von Brüchen und Widersprüchen und zugleich faszinierend. Diese Vielfalt solle sich künftig nicht nur im Programm, sondern auch im öffentlichen Auftritt des Museums zeigen.
Ein Name für viele Orte
Hinter dem neuen Namen stehen weiterhin zahlreiche unterschiedliche Museumsstandorte. Dazu gehören das Ephraim-Palais, das Knoblauchhaus und die Nikolaikirche im Nikolaiviertel, das Museumsdorf Düppel in Steglitz-Zehlendorf, BERLIN GLOBAL im Humboldt Forum und das Atelier Jeanne Mammen am Kurfürstendamm. Das Märkische Museum am Köllnischen Park ist derzeit wegen umfangreicher Erneuerungsarbeiten geschlossen. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Marinehaus soll dort bis 2028 ein neuer Kulturstandort entstehen.
Auch die Sammlung ist umfangreich: Rund 4,5 Millionen Objekte und Dokumente gehören zum Bestand des Berlin Museums. Sie werden nach und nach digital zugänglich gemacht und in Ausstellungen präsentiert. Zur Stiftung Stadtmuseum Berlin gehören außerdem unselbstständige Stiftungen wie das Archiv der sozialen Künstlerförderung sowie das Projekt Lern- und Erinnerungsort Kolonialismus.
„Berlin Museum ist ein Name, der sofort verständlich ist“, sagt Marco Barsda Oft, Leiter Marketing und Kommunikation. Der Name bilde den gemeinsamen Rahmen für die verschiedenen Standorte und Projekte.
Berliner Stadtbild als Gestaltungsvorlage
Nicht nur der Name ändert sich. Auch das Erscheinungsbild des Museums wurde neu gestaltet. Das neue Corporate Design orientiert sich dabei am Berliner Stadtbild. Schriftbilder von Straßenschildern, U-Bahn-Stationen und handgemalten Späti-Schildern werden miteinander kombiniert. Auch bei den Farben stand Berlin Pate: Die Farbpalette greift unterschiedliche Materialien, Oberflächen und Lichtstimmungen der Stadt auf.
Was im August und September auf dem Programm steht
Auch das Programm des Berlin Museums zeigt die unterschiedlichen Facetten der Stadt. Bei BERLIN GLOBAL beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe „Über Grenzen. Ziehen, Einreißen und Verschieben“ mit der Berliner Mauer. 65 Jahre nach ihrem Bau stehen am 14. August und 30. September Lesungen, Gespräche und Diskussionen auf dem Programm.
Im Museumsdorf Düppel heißt es noch bis zum 23. August „Sommer im Freilichtmuseum. Raus ins Grüne“. Das ganztägige Sommerferienprogramm lädt dazu ein, das Freilichtmuseum während der Ferien zu erkunden.
Am 6. September folgt der „Sonntag im Nikolaiviertel“. Beim Familientag ist der Eintritt in die Nikolaikirche, das Knoblauchhaus und das Ephraim-Palais frei. Wenige Tage später, am 10. September, eröffnet im Ephraim-Palais die Ausstellung „Geteiltes Leben – Kunst und Migration in Berlin“, die in Kooperation mit dem Gropius Bau entsteht.
Am 12. und 13. September beteiligt sich das Berlin Museum außerdem am Tag des offenen Denkmals. Auch an diesem Wochenende ist der Eintritt in die Nikolaikirche, das Knoblauchhaus und das Ephraim-Palais frei.
Mit dem neuen Namen verbindet das Museum seine unterschiedlichen Häuser und Sammlungen künftig noch stärker mit dem Ort, um den es in allen seinen Facetten geht: Berlin.
