Ein jahrzehntelang geprägter Ort der Verwaltung ist bereit für ein neues Kapitel: Die Bau- und Sanierungsarbeiten am Haus der Statistik an der Otto-Braun-Straße, Ecke Karl-Marx-Allee, sind beendet. Mit der offiziellen Übergabe der fertiggestellten Gebäudeteile an die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH ist ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung des gesamten Quartiers erreicht. Kaum ist der letzte Bauzaun verschwunden, steht bereits die nächste Großaufgabe an: Der Umzug von 760 Arbeitsplätzen der BIM will geplant und umgesetzt werden.
Vom Sanierungsfall zum Zukunftsort
Dem Baustart im Mai 2022 ging eine jahrelange Phase intensiver Planung voraus. Bevor die Generalübernehmer-Arbeitsgemeinschaft aus Ed. Züblin AG und HOCHTIEF Infrastructure GmbH loslegen konnte, wurde das Gebäude aufwendig schadstoffsaniert und vollständig entkernt. In der Hochphase bestimmten bis zu drei Turmdrehkräne und mehr als 330 Beschäftigte das Bild an einem der prominentesten Standorte Berlins. Bereits Ende April 2025 zog mit dem Finanzamt Mitte/Tiergarten der erste Nutzer in die sanierten Abschnitte B und C ein – ein sichtbares Zeichen für den Fortschritt.
Eine Baustelle in Zahlen
Was hinter den Gerüsten entstand, lässt sich auch in Zahlen erzählen: 504 Kilometer Kabel – eine Strecke von Berlin bis München – wurden neu verlegt, die gesamte Haustechnik ausgetauscht. Über 29.000 Quadratmeter Bodenbelag und fast 85.000 Quadratmeter frisch gestrichene Wandflächen prägen die Innenräume. Nach außen markieren 4.600 neue Fenster und 1.500 Fassadenelemente den Wandel des Gebäudes. Im Inneren führen 931 neue Treppenstufen zu modernen Arbeitswelten, hinter knapp 2.000 neu eingebauten Türen.
Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Das Haus der Statistik steht künftig nicht nur für Verwaltung, sondern auch für Klimaschutz. Durch gezielte Bestandssanierung und intelligente Modernisierung wurde eine energieeffiziente Nutzung ermöglicht. Herzstück ist die Wärme- und Kälteversorgung über Abwasserwärme, die im Bestandsgebäude jährlich rund 446 Tonnen CO₂ einspart. Gründächer mit Photovoltaikanlagen, ein innovatives Regenwassermanagement und nutzbare Dachterrassen machen das Gebäude zu einem Vorzeigeprojekt der Berliner Schwammstadt-Strategie.
„Die bauliche Modernisierung des Hauses der Statistik ist für das Land Berlin ein Leuchtturmprojekt der Nachhaltigkeit“, sagt BIM-Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus. Aus einem historischen Bau der DDR-Nachkriegsmoderne sei ein Ort entstanden, der Geschichte bewahre und zugleich Zukunft ermögliche.
Der nächste Kraftakt: der Umzug
Noch arbeiten viele der über 1.000 BIM-Mitarbeitenden in angemieteten Büros in der Alexanderstraße oder im landeseigenen Gebäude in der Keibelstraße, das auch künftig genutzt wird. Ab Mitte 2026 soll ein Großteil von ihnen ins Haus der Statistik einziehen. „Der Umzug ist für uns von großer Bedeutung und zugleich eine logistische Herausforderung“, betont BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring. Zugleich biete der neue Standort die Chance, die Entwicklung des Quartiers aus nächster Nähe mitzuerleben und mitzugestalten.
Im Gebäudeteil D entstehen für die BIM 644 Arbeitsplätze bei einer Desk-Sharing-Quote von 1,5. Der Schwerpunkt liegt auf offenen Bürostrukturen: Rund zwei Drittel der Plätze befinden sich in 8er-Büros, ergänzt durch größere Teameinheiten sowie Einzel- und Zweierbüros. Mit den Mitarbeitenden ziehen 2.267 Möbelstücke um – darunter auch eine alte Holzbank aus einem Gerichtsgebäude mit besonderem Erinnerungswert. Mehr als 1.700 weitere Möbel finden neue Nutzer oder werden gespendet.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten ist das Haus der Statistik bereit für seinen Neustart – und das nächste Kapitel Berliner Stadtentwicklung hat bereits begonnen.
Das Haus der Statistik ist einzugsbereit.
Foto: BIM GmbH/Felix Oberhage
