Mit zwei großen Festivals, neuen Konzertreihen, prominenten Residenzkünstlerinnen und gleich zwei Jubiläen setzt das Konzerthaus Berlin in der Saison 2026/27 auf Neugier, Perspektivwechsel und die großen Fragen des Menschseins. Intendant Tobias Rempe und Chefdirigentin Joana Mallwitz präsentierten das neue Programm am 2. Juni bei der Jahrespressekonferenz im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.
Im Zentrum der Spielzeit steht eine Frage, die aktueller kaum sein könnte: Wie verortet sich der Mensch in der Welt? Als Individuum, als Teil einer Gemeinschaft und im Erleben von Kunst und Musik? Dieser Leitgedanke zieht sich durch zahlreiche Projekte und Veranstaltungen der neuen Saison.
Besonders deutlich wird das bei den beiden Festivals der Spielzeit. Das Festival „NOWHERE“ (13. bis 21. November 2026), eine Kooperation mit dem Detect Classic Festival und dem İÇ İÇE Festival, rückt die körperliche Erfahrung von Musik in den Mittelpunkt. Gewohnte Konzertformate werden aufgebrochen, Hörgewohnheiten hinterfragt und neue Perspektiven auf das gemeinsame Musikerlebnis eröffnet.
Vom 16. bis 25. April 2027 richtet das Festival „Unter Sternen“ den Blick dann nach oben. Ausgehend von der Faszination für den Kosmos beschäftigt sich das Programm mit den großen Fragen nach Herkunft, Zukunft und dem Platz des Menschen im Universum.
Auch abseits der Festivals setzt das Konzerthaus auf neue Impulse. Neben den erfolgreichen Reihen „Berlin Tracks“ und „Herz über Kopf“ startet mit „Aşina“ ein neues Format, das musikalische Verbindungen zwischen Anatolien, Mesopotamien, Griechenland und Berlin hörbar macht. Bekannte und vermeintlich fremde Klangwelten treten dabei in einen spannenden Dialog.
Mit Konzerthaus nextdoor soll zudem die Vernetzung mit der Stadtgesellschaft weiter ausgebaut werden. Ein besonderes Zeichen setzt auch das Augmented-Reality-Projekt „Make us visible“: Die bislang ausschließlich männlich besetzte Galerie von Komponistenbüsten im Großen Saal wird digital um drei Komponistinnen erweitert.
Als Artist in Residence begrüßt das Konzerthaus in der kommenden Saison die Sopranistin Vera-Lotte Boecker. Ob mit dem Konzerthausorchester, im Liedgesang oder im Gesprächsformat „Universum“ – die vielfach ausgezeichnete Sängerin wird die Saison an mehreren Stellen prägen. Als Composer in Residence steht die südkoreanische Komponistin Unsuk Chin im Fokus. Zu den Höhepunkten zählt die deutsche Erstaufführung ihres Werks Chant des Enfants des Étoiles für zwei Chöre, Orgel und Orchester.
Die Saison bietet außerdem gleich zwei besondere Jubiläumsanlässe. Das Konzerthausorchester Berlin feiert Anfang 2027 sein 75-jähriges Bestehen. Gleichzeitig jährt sich der Todestag von Ludwig van Beethoven zum 200. Mal. Für Chefdirigentin Joana Mallwitz Anlass genug, sich in ihren beliebten Expeditionskonzerten intensiv mit den Sinfonien des Komponisten auseinanderzusetzen.
Eröffnet wird die Saison am 12. September 2026 mit einem großen Konzert am Gendarmenmarkt. Auf dem Programm stehen Werke von Strauss, Ravel, Prokofjew und Unsuk Chin. Das Konzert wird zugleich live ins Freiluftkino Friedrichshain übertragen.
Zu den weiteren Höhepunkten der Saison zählen Henzes monumentale Neunte Sinfonie beim Musikfest Berlin, Ausschnitte aus Alban Bergs Oper Lulu mit Vera-Lotte Boecker sowie Tschaikowskis Fünfte Sinfonie. Den Abschluss bildet eine Tournee des Konzerthausorchesters unter Leitung von Joana Mallwitz mit Stationen unter anderem in Paris, Brüssel, Köln und München.
