14. Januar 2026
Der Pergamonsaal strahlt wieder, auch wegen der Erneuerung der Tageslichtdecken. Der ebenfalls restaurierte Altar verblieb zusammen mit dem großen Fries während der Baumaßnamen gut geschützt vor Ort. Foto: BBR / Peter Thieme

Pergamonmuseum: Bauabschnitt abgeschlossen

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt des Pergamonmuseums sind abgeschlossen. Damit ist ein zentraler Schritt in der umfassenden Grundinstandsetzung des Hauses erreicht. Der Bauabschnitt umfasste die denkmalgerechte Sanierung des Nordflügels und des Mittelbaus mit dem Pergamonaltar sowie den Neubau eines zentralen Eingangspavillons im Ehrenhof. Verantwortlich für die Baumaßnahmen ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Seit Abschluss der Bauarbeiten richten die Antikensammlung, das Museum für Islamische Kunst und das Vorderasiatische Museum ihre Ausstellungsflächen ein. In der Hauptebene und im Obergeschoss entstehen die künftigen Präsentationen, während im Erdgeschoss Kassenbereiche, Bildungs- und Vermittlungsflächen, ein Café sowie Räume für Veranstaltungen vorbereitet werden.

Die Wiedereröffnung des Pergamonmuseums ist für das Frühjahr 2027 geplant. Dann sollen die Architektursäle der Antikensammlung, die neu konzipierte Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst sowie ausgewählte Großobjekte des Vorderasiatischen Museums wieder für das Publikum zugänglich sein.

Bei den laufenden Arbeiten handelt es sich um die erste grundlegende Sanierung des Gebäudes seit dem Zweiten Weltkrieg. Ziel ist es, das Pergamonmuseum baulich zu sichern und zugleich für einen zeitgemäßen Museumsbetrieb auszurichten. Dazu wurden unter anderem die Fundamente des Gebäudes verstärkt, Dächer und Tragwerke instand gesetzt, Lichtdecken nach historischem Vorbild erneuert sowie Fassaden und Fenster denkmalgerecht saniert. Auch die gesamte technische Infrastruktur – von Klima- und Lüftungstechnik über Beleuchtung bis hin zu Sicherheits- und Gebäudetechnik – wurde auf den aktuellen Stand gebracht.

Parallel dazu wurde das Haus auf die Anforderungen eines stark frequentierten Museums vorbereitet. Neue Treppenhäuser und Aufzüge verbessern die barrierefreie Erschließung. Der neu errichtete Eingangspavillon im Ehrenhof wird künftig auch die Anbindung an die Archäologische Promenade ermöglichen, die die Häuser der Museumsinsel miteinander verbindet. In einem weiteren Bauabschnitt ist der Bau eines zusätzlichen Flügels vorgesehen, der einen vollständigen Rundgang auf der Hauptausstellungsebene erlauben soll.

Während der Bauzeit verblieben fest mit dem Gebäude verbundene Architekturobjekte wie der Pergamonaltar vor Ort und wurden parallel zur Sanierung restauriert. Andere Skulpturen, Friese und Mosaike wurden ausgelagert, restauriert und werden derzeit wieder eingebaut. Einen besonderen logistischen Aufwand erforderte der Umzug des Museums für Islamische Kunst in den Nordflügel, wo die Sammlung künftig auf mehr als doppelt so großer Fläche über zwei Ebenen präsentiert wird. Auch die monumentale Mschatta-Fassade wurde dafür in ihre Einzelteile zerlegt und neu aufgebaut.

Das Vorderasiatische Museum wird ab 2027 mit einem eigenen Ausstellungssaal im Nordflügel vertreten sein. Zentrales Objekt der Präsentation ist die monumentale Siegesstele des assyrischen Königs Asarhaddon.

Ein Schwerpunkt der Neueinrichtung liegt auf der Vermittlung. Neben erweiterten Ausstellungsflächen entstehen neue Präsentations- und Bildungsformate. Digitale Angebote, darunter ein hochauflösender Scan des Pergamonaltars, sollen neue Zugänge zu den Sammlungen ermöglichen. Ergänzt werden die historischen Bestände durch zeitgenössische künstlerische Positionen, die den Rundgang inhaltlich erweitern.

Mit dem Abschluss des ersten Bauabschnitts ist ein wesentlicher Schritt getan, um das Pergamonmuseum langfristig zu erhalten und seine Bedeutung innerhalb der Museumsinsel und der internationalen Museumslandschaft zu sichern.


Der Pergamonsaal strahlt wieder, auch wegen der Erneuerung der Tageslichtdecken.
Der ebenfalls restaurierte Altar verblieb zusammen mit dem großen Fries
während der Baumaßnamen gut geschützt vor Ort.

Foto: BBR / Peter Thieme