Ein Hauch von Sägemehl, schwebende Artistik und neugierige Blicke: Was im Frühjahr 2025 noch als Vision begann, wird nun Wirklichkeit. In Berlin-Moabit öffnet die neue Kulturmanege ihre Tore – und verspricht weit mehr als nur ein Zirkuszelt.
Am Sonnabend, 9. Mai 2026, lädt das Bezirksamt Mitte gemeinsam mit dem Moabiter Ratschlag e.V. zur feierlichen Eröffnung. Zwischen 14:00 und 17:30 Uhr verwandelt sich der Otto-Spielplatz in eine lebendige Bühne – pünktlich zum bundesweiten Tag der Städtebauförderung. Der offizielle Auftakt mit Grußworten von Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger, Staatssekretär Stephan Machulik und weiteren Vertretern folgt um 15:30 Uhr.
Vom Provisorium zur festen Institution
Die Idee für die Kulturmanege entstand aus der Not heraus: Während der Corona-Pandemie errichteten engagierte Akteure auf dem Otto-Spielplatz eine provisorische Manege. Schnell wurde klar, welches Potenzial in dem Ort steckt. Aus der improvisierten Lösung entwickelte sich ein ambitioniertes Projekt – getragen von Nachbarschaft, Bezirk und Städtebauförderung.
Heute steht dort ein festes Zirkuszelt, das mehr kann als nur Sommerprogramm: beheizbar im Winter, ausgestattet mit moderner Technik und ergänzt durch eine Photovoltaikanlage. Rund 650.000 Euro flossen in Bau und Planung, finanziert größtenteils durch das Förderprogramm „Lebendige Zentren“.
Drei Bühnen, viele Perspektiven
Zur Eröffnung erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm: Clownerie, Jonglage, mobiles Trapez und Straßentheater bespielen gleich drei Bühnen. Gleichzeitig bieten Marktstände Einblicke in das Bauprojekt, die Arbeit des Moabiter Ratschlag e.V. und die Entwicklung des Fördergebiets rund um die Turmstraße.
Die Veranstaltung ist Teil der „Moabiter Woche der kulturellen Bildung“ – ein Hinweis darauf, dass die Manege nicht nur unterhalten, sondern auch bilden und vernetzen will.
Ein Ort für alle – das ganze Jahr
Die Kulturmanege versteht sich als multifunktionaler Raum: Kino, Trainingsort, Bühne und Treffpunkt zugleich. Besonders bemerkenswert ist die breite Beteiligung der Nachbarschaft – von der Planung bis zur Umsetzung. Kinder und Jugendliche entschieden nicht nur mit über die Nutzung, sondern auch über Details wie die Farbgestaltung und den Namen des Kinderprogramms: „Das Super-Spaß-Zelt“.
Politik sieht Signalwirkung
Für Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger ist das Projekt ein Meilenstein: Die Manege sei ein „einzigartiger Ort für Kunst, Begegnung und kulturelle Teilhabe“ und stehe beispielhaft für nachhaltige, niedrigschwellige Kulturangebote.
Auch Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe betont die Bedeutung für den Stadtteil: Der Kleine Tiergarten bekomme ein neues, farbenfrohes Wahrzeichen. Jugendstadtrat Christoph Keller hebt besonders die Rolle junger Menschen hervor, deren Ideen maßgeblich in das Projekt eingeflossen seien.
Staatssekretär Stephan Machulik sieht in der Kulturmanege schließlich einen Ort mit Zukunft: ganzjährig nutzbar, offen für Initiativen und Vereine – und ein Gewinn für die gesamte Nachbarschaft.
Ein bundesweiter Rahmen
Der Tag der Städtebauförderung, der seit 2015 jährlich stattfindet, bildet den Rahmen für die Eröffnung. Bundesweit machen Städte und Gemeinden an diesem Tag ihre Projekte sichtbar und laden zur Beteiligung ein – Moabit liefert dafür nun ein besonders anschauliches Beispiel.
Mit der neuen Kulturmanege entsteht im Herzen des Bezirks nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern ein sozialer Mittelpunkt. Oder, wie es ein Besucher beim Richtfest formulierte: ein Ort, „an dem Moabit sich selbst neu erfindet“.
