21. Oktober 2026
Staatsoper Unter den Linden.

Barocke Leidenschaft mit Starbesetzung

Liebe, Intrigen und große Gefühle: Die Barocktage kehren zurück an die Staatsoper Unter den Linden. Vom 7. bis 27. November 2026 steht das Festival erstmals unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka wieder ganz im Zeichen der frühen Oper. Mit dabei sind Cecilia Bartoli, Rolando Villazón, Vera-Lotte Boecker und Anna Prohaska. Auf dem Programm stehen Neuinszenierungen, Wiederaufnahmen und Konzerte, die von den Anfängen der Oper bis an die Schwelle zur Klassik führen.

Den Auftakt macht das Konzert „Combattimento – Liebe, die in den Tod führt“. Rolando Villazón, die Lautenistin und Dirigentin Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata widmen sich gemeinsam mit weiteren Sängern der italienischen Musik des 17. Jahrhunderts. Szenen aus Claudio Monteverdis Opern „L’Orfeo“ und „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ erzählen von Liebe, Leidenschaft und Verlust.

Ein Höhepunkt ist Francesco Cavallis „La Calisto“ in einer Neuinszenierung von Stefan Herheim. Der Regisseur bezeichnet seine Ästhetik als „barocke Science Fiction“ und setzt sowohl auf die komischen als auch auf die ernsten Seiten der venezianischen Oper. Vera-Lotte Boecker übernimmt die Titelpartie. Musikalisch gestalten Christina Pluhar mit L’Arpeggiata und die Akademie für Alte Musik Berlin den Abend. Die Produktion entsteht in Koproduktion mit dem MusikTheater an der Wien.

In Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“ übernimmt Cecilia Bartoli die Rolle des Orfeo. Um seine verstorbene Geliebte Euridice zurückzugewinnen, wagt er sich in die Unterwelt. Die halbszenische Aufführung der Parma-Fassung von 1769 wird von Gianluca Capuano mit Les Musiciens du Prince – Monaco und dem Chor Il Canto di Orfeo musikalisch gestaltet. Mélissa Petit singt Euridice und Amore.

Intrigen und Machtkämpfe bestimmen „L’incoronazione di Poppea“ von Claudio Monteverdi. Am römischen Kaiserhof verfolgt Poppea ihre ehrgeizigen Ziele. Anna Prohaska übernimmt die Titelrolle, Raffaele Pe singt Nerone. Die Akademie für Alte Musik Berlin spielt unter der Leitung von Diego Fasolis.

Zum Abschluss verbindet Henry Purcells „Dido & Aeneas“ Oper und zeitgenössischen Tanz. Die Inszenierung und Choreografie von Sasha Waltz erzählt die tragische Liebesgeschichte von Dido und Aeneas. Natalia Skrycka und Gyula Orendt stehen in den Titelrollen auf der Bühne, begleitet vom Vocalconsort Berlin, Tänzern der Compagnie Sasha Waltz & Guests und der Akademie für Alte Musik Berlin unter Christopher Moulds.

Ergänzt wird das Festival durch drei Konzerte im Apollosaal, die bereits ausverkauft sind. „Lamento mirabile“, „Monteverdi a solo“ und „Wonder Women“ widmen sich der musikalischen Vielfalt des Barocks. Letzteres rückt Komponistinnen des 17. Jahrhunderts wie Barbara Strozzi und Francesca Caccini in den Mittelpunkt.

Auch Poesie findet ihren Platz im Programm: Beim Apollo-Salon „Arie und Antwort“ treffen die Kiezpoeten auf Sänger des Internationalen Opernstudios. Slam-Poetry begegnet dabei den Arien aus Barockopern – ein ungewöhnlicher Dialog zwischen historischer Musik und heutiger Bühnenkunst.

Die Barocktage finden vom 7. bis 27. November 2026 an der Staatsoper Unter den Linden statt.