9. August 2022
Der Schlüterhof lädt zum Open Air Sommerfestival.

Schlüterhof: Open Air Sommer-Festival

Die 2. Ausgabe des Open-Air Sommer-Festivals findet an vier Wochenenden bei freiem Eintritt im Schlüterhof statt. Zwischen dem 28. Juli und 20. August wechseln sich 12 internationale Musik-Events mit einem Familienprogramm ab. Fragen zu zivilem und künstlerischem Protest stehen im Mittelpunkt. Weitere Highlights: die Deutschland-premiere City Horses  im Rahmen von Tanz im August, die Filme This Is Not A Burial, it’s a Resurrection von Jeremiah Lemonang Mosese und Liebe D-Mark und Tod von Cem Kaya sowie Talks mit dem Norient-Panel und dem Syrian Cassette Archive.

Jeweils donnerstags bis sonntags lädt das Humboldt Forum zum Durchlüften-Festival in den Schlüterhof ein. Die Musik-Kuratorin und Szenekennerin Melissa Perales hat ein Programm zusammengestellt, das nicht nur eine große Open-Air-Bühne bespielt, sondern das auch die Pop-up-Architektur der Parasites 2.0 und das DEMOmobil des Jugendmuseums Schöneberg einbezieht. Denn bei dem diesjährigen Festival stehen Fragen zu Formen von zivilen und künstlerischen Protest im Mittelpunkt. Angebote zum Thema Protest- und Demokratiegeschichte(n) richten sich an junge Menschen, die im DEMOmobil aktiv werden wollen. Der Empört Euch-Workshop lädt Jugendliche an zwei Freitagen zum Mitmachen ein. Darüber hinaus können sich alle Kinder jeden Samstag auf Open-Air Bilderbuchkino und Geschichtentheater freuen.

Melissa Perales: „Für mich ist das Kuratieren dieser Bühne eine Gelegenheit, einen Raum zu schaffen, in dem all die Geschichten der eingeladenen Künstler*innen neu zentriert und dann selbst erzählt werden können. Diese Bühne wird auch weiterhin eine Plattform für unterrepräsentierte Geschichten bieten. Sie bringen uns dazu, einander zu verstehen und Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich freue mich sehr, dass die diesjährige Bühne für alle, die mitmachen und zuhören wollen, kostenlos ist und wir einen Rahmen schaffen, in dem Kultur für alle zugänglich ist.“

Bühnenprogramm

Der Schlüterhof lädt zum Open Air Sommerfestival.
Der Schlüterhof lädt zum Open Air Sommerfestival. Mit dabei Bab L‘ Bluz.
Foto: Bab L‘ Bluz

An 12 Sommerabenden feiern Musikern, Performern und Aktivisten Musik, Worte und Bilder über Kontinente und Kulturen hinweg.

Das Programm konzentriert sich auf Musik, umfasst aber auch Diskussionsformate, Performances, Filme, DJs und Live-Auftritte von vielen in Berlin ansässigen und einigen auswärtigen transkulturellen und genreübergreifenden Künstlern.

Gespräche, Film und Performance

Archiving & Preserving Music

28. Juli, 19:15 Uhr
Die Archivierung von Musik durch Dokumentation, Digitalisierung, Forschung und Austausch bewahrt das kulturelle Erbe für künftige Generationen. Zu Gast sind Mark Gergis und Yamen Mekdad von den Syrian Cassette Archives und Janto Djassi von Ostinato Records, die Bespiele für Archivierungsarbeit außerhalb westlicher Kultureinrichtungen vorstellen.

City Horses – Deutschlandpremiere in Kooperation mit Tanz im August

6. und 7. August, 14 Uhr
Die meisten europäischen Städte zieren Reiterstandbilder und Herrscherstatuen. Das Künstlerinnenduo Byström Källblad hinterfragt dieses Bild männlicher Überlegenheit. In City Horses galoppiert eine Herde Tänzerinnen von Ort zu Ort und macht öffentliche Plätze und Straßen zu ihrer Bühne. Ausgehend vor der rekonstruierten historischen Fassade des Schlosses im Schlüterhof entwerfen sie als lebendiges Monument den weiblichen Körper im öffentlichen Raum neu. Der künstlerische Parcours geht 6 Kilometer zu Fuß durch den Stadtraum und endet am HAU. Das Publikum kann sich anschließen und mitgehen.

Liebe D-Mark und Tod (Aşk, Mark ve Ölüm) von Cem Kaya
Poster zu dem Dokumentarfilm "Aşk, Mark ve Ölüm. Love, Deutschmarks and Death" (2022) von Cem Kaya
Poster zu dem Dokumentarfilm „Aşk, Mark ve Ölüm. Love, Deutschmarks and Death“ (2022) von Cem
Kaya

18. August, 21 Uhr
Der Dokumentarfilm von Cem Kaya erzählt von einer eigenständigen, bisher unbekannten Musik-Kultur ausgewanderter türkischer Gastarbeiter und ihrer Enkel in Deutschland.

In musikalischer und essayistischer Form gibt der Regisseur Cem Kaya Einblicke in die einzigartige Lebendigkeit dieser vergessenen Subkultur.

This Is Not A Burial, It’s A Resurrection von Lemohang Jeremiah Mosese

19. August, 21 Uhr
Dieses Meisterwerk des in Berlin lebenden Filmemachers Lemohang Jeremiah Mosese gewann 20 internationale Preise, u.a. beim Sundance Filmfestival 2020. Mary Twala spielt eine 80-jährige Witwe in Lesotho, die ihren Lebenswillen und ihre Kampflust wiederentdeckt, als ihr Dorf für den Bau eines Stausees umgesiedelt werden soll. Eine Reflektion über Widerstand und Resilienz im Zusammenhang mit Vertreibung, kollektiver Identität und Geschichte.

Norient-Panel: Widerstehen oder gehorchen: Über Widerstand als Bürgerpflicht

11. August, 19 Uhr
In dem Panel versammeln die Norient-Kurator*innen Sandra Passaro und Philipp Rhensius Musiker*innen und Kulturschaffende, um über das Potenzial und die Fallstricke von Widerstand, Protest und Demokratie heute zu diskutieren. Mit Sky Deep (US), Rami Abadir (EG), Ganna Gryniva (UA).

Ausstellung DEMOmobil, Workshops und Familienprogramm (Auswahl)

DEMOmobil

Mittwochs-sonntags, 12-18 Uhr
Was sind Wahlspaziergänge? Wie viele Häuser waren in Schöneberg besetzt? Wie haben sich Menschen früher für ihre Rechte eingesetzt? Das DEMOmobil des Jugend Museum Schöneberg lädt dazu ein, sich interaktiv mit Protestgeschicht(e) auseinandersetzen. In dem umgewandelten Bauwagen finden sich spannende Geschichten zu verschiedenen Protestbewegungen in Berlin – von der Forderung nach mehr Grün in der Stadt über bezahlbaren Wohnraum für alle bis hin zu den Hausbesetzungen in den 1980er Jahren. Besucher*innen können außerdem eigene Ideen und Wünsche für eine bessere Stadt einbringen.

Empört Euch!

Workshop ab 12 Jahre, 29. Juli, 5. August, 14 Uhr
Wie verleihen wir unserer Empörung Ausdruck? Ausgehend vom Kunstwerk Indignation (deutsch: Empörung) der Kameruner Künstlerin Justine Gaga diskutieren die Teilnehmer*innen den Zusammenhang zwischen Kunst und Protest und gestalten selbst Plakate, Streitschriften oder Protestperformances für ihre Forderungen.

Spurensuche Protestgeschichte(n)

Workshop ab 12 Jahre, 30. Juli und 6. August, 14 Uhr
Wofür haben sich Berliner*innen in den vergangenen Jahrzehnten engagiert? Was haben ihre Proteste mit aktuellen Kämpfen zu tun? Und für welche Themen setzen sich junge Menschen heute ein? In dem Workshop gehen die Teilnehmer*innen gemeinsam auf Spurensuche in der Berliner Protestgeschichte. Die interaktive Ausstellung im DEMOmobil, abwechslungsreiche Materialien und spielerische Methoden laden zum Nachdenken ein, was sie selbst ändern möchten und wie sie sich dafür einsetzen können.

Pop-up-Architektur

Die Pop-up-Architektur der Gruppe Parasite 2.0 (Mailand/London) interveniert in die historische Gestaltung des Schlüterhofs: mit begehbaren Inseln, die den Hof in eine bunte Landschaft verwandeln. Sie laden nicht nur zum Entspannen und Austausch ein, sie werden auch zur interaktiven Bühne für die künstlerischen Beiträge.  Von Parasite 2.0 (Stefano Colombo, Eugenio Cosentino und Luca Marullo)

Laufzeit                28. Juli – 20. August 2022
Ort                       Schlüterhof am Schlossplatz, 10178 Berlin
Eintritt                  Eintritt frei
Programm