2. Juni 2020
Mit Volldampf in die neuen Zwanziger

Serie: Mit Volldampf in die neuen Zwanziger

Vergnügungstempel, wildes Nachleben, Erotik, Varietés, Ballsäle – die vielbeschworenen Goldenen Zwanziger in Berlin waren ein wilder kultureller und lasterreicher Cocktail. Und wie präsentiert sich die deutsche Hauptstadt rund hundert Jahre später? Sie steht sie vor gewaltigen Herausforderungen und verändert Tag für Tag ihr Gesicht. Wir haben die größten Bauprojekte in Berlin-Mitte für Sie zusammengestellt.

Teil 1: Berliner Schloss

Der Deutsche Bundestag hat den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum bereits im Sommer 2002 beschlossen. Eine große fraktionsübergreifende Mehrheit folgte der Empfehlung der internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ für ein Museums-, Wissens- und Begegnungszentrum in der Kubatur und mit den barocken Fassaden des Berliner Schlosses.

Unter dieser Vorgabe gewann der italienische Architekt Prof. Franco Stella in einem internationalen Wettbewerb 2008 den 1. Preis. Mit der „Passage“, einer Fußgängerpassage quer durch das Gebäude, macht er das Schloss und seine Innenhöfe zu neuen öffentlichen Orten der Stadt. Zur Spree zeigt sich das Gebäude als Neubau.

Seit dem 18. Jahrhundert galt das Berliner Schloss des Architekten und Bildhauers Andreas Schlüter als einer der bedeutendsten profanen Barockbauten nördlich der Alpen. In seiner Neuerfindung durch den italienischen Architekten Franco Stella verbindet sich die historische Schönheit auf selbstverständliche Weise mit der Gegenwart, gestalterisch, technisch und städtebaulich. Die Rekonstruktion der historischen Fassaden des Humboldt Forum im Berliner Schloss ist eine Meisterleistung der Bildhauer und Handwerker in der eigens errichteten Schlossbauhütte.

Projekt der neuen Zwanziger: Das Berliner Schloss.
Projekt der neuen Zwanziger: Das Berliner Schloss, Ansicht von der Nord-West-Seite.
© SHF / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG