27. September 2021
Visualisierung des Siegerentwurf. Foto: Arup/COBE, SenUVK

Siegerentwurf für neue Mühlendammbrücke

Der Siegerentwurf für die künftige Mühlendammbrücke im Bezirk Mitte steht fest. Die neunköpfige Jury stimmte mit großer Mehrheit für den Vorschlag der gemeinsamen Bewerbung des Berliner Ingenieurbüros Arup Deutschland GmbH und der Architekten von COBE A/S aus Kopenhagen.

Der Entwurf wurde ausgewählt aus zehn Vorschlägen in einem europaweiten, nichtoffenen Wettbewerbsverfahren der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Er bietet laut Jury für die künftige Spreeüberquerung zwischen der Breiten Straße und dem Molkenmarkt eine außerordentlich hohe gestalterische und konstruktive Qualität.

Die Konstruktion überspannt die Spree mit einem beidseitigen, leicht konkaven Schwung und bindet die Uferseiten attraktiv an. Der gesamte Stadtraum wird so auf ganz neue Weise integriert. Die Konstruktion und Detailausbildung zeige laut Jury insgesamt eine  durchdachte Gestaltqualität einer Brücke des 21. Jahrhunderts. Kriterien für Nachhaltigkeit etwa durch effizientes, materialsparendes Konstruieren werden ebenfalls erfüllt.

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung im Bezirk Mitte und Jurymitglied:

„Ich freue mich über den 1. Preis, der ein sehr ernsthaftes Angebot für die Mobilitätswende aufzeigt. Natürlich ist mein Wunsch, dass wir nach Errichtung der neuen Brücke schnell die Tram in Richtung Potsdamer Platz und Hallesches Tor in Betrieb bekommen und wir dann auf eine Autospur je Richtung umrüsten können. Gratulation an die Gewinner!”

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, lobt den Entwurf ebenfalls als Beitrag zur Berliner Mobilitätswende mit Platz für Straßenbahn, Rad- und Fußverkehr.

Grund für den Wettbewerb war der bauliche Zustand der bisherigen Brücke aus den 1960er Jahren, die konstruktive Mängel und Defizite in der Tragfähigkeit aufweist und damit einen zügigen Ersatzneubau erfordert.

Ansprüche

Die Wettbewerbsteilnehmer hatten komplexe Anforderungen hinsichtlich Gestaltung, Funktionalität, Nachhaltigkeit, Bauabwicklung und Wirtschaftlichkeit zu erfüllen. Außerdem sollte sich das Projekt städtebaulich-architektonisch in das vorhandene heterogene Umfeld der historischen Mitte integrieren lassen.

Visualisierung des Siegerentwurfs. Foto: Arup/COBE, SenUVK
Visualisierungen des Siegerentwurfs.
Fotos: Arup/COBE, SenUVK

Mit der künftigen Brückenkonstruktion wird zudem eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen realisiert. Die Kfz-Spuren werden von drei auf zunächst zwei reduziert. In einer zweiten Projektphase, die zukunftsgerichtet neue Mobilitätskonzepte und Nutzungsanforderungen berücksichtigt, können die Kfz-Fahrspuren auf nur noch eine pro Fahrtrichtung reduziert werden – zugunsten von mehr Gestaltungsraum für den Rad- und den Fußverkehr.

Die Baumaßnahme soll rund 46,5 Millionen Euro kosten. Geplant ist, die neue Brücke bis 2028 zu realisieren.

Für die Öffentlichkeit

Der Siegerentwurf und die weiteren Ergebnisse werden am 17. August 2021 im Lichthof der Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Brunnenstraße 110d-111, in 13355 Berlin präsentiert.