Mühlendammbrücke wird schmaler

Die Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte muss künftig mit weniger Spuren als bisher auskommen. Grund sind Mehrbelastungen durch höheres Verkehrsaufkommen sowie steigende Fahrzeuggewichte auf den bislang je vier Spuren pro Richtung.

Jüngste Routine-Berechnungen ergaben jetzt die Notwendigkeit, die Fahrbahn mit Teilabsperrungen auf drei Spuren pro Richtung zu reduzieren und auf die Parkplätze in der Mitte der Brücke komplett zu verzichten. Zur zusätzlichen Sicherung werden Teilabsperrungen auf den Gehwegen montiert. Radfahrende können die bisherigen Busspuren weiterhin durchgängig nutzen (auf zwei Metern Breite).

Die Absperrungen sind bereits in der Umsetzung und bleiben bis zum Beginn eines Brückenneubaus bestehen, der nach derzeitigem Stand ab dem Jahr 2022 kommen soll, und zwar unter Aufrechterhaltung der Verkehrsverbindung.

Karte Mühlendammbrücke
Die Mühlendammbrücke wird auf drei Spuren je Richtung reduziert.

 


Der Mühlendamm überquert die Spree zwischen Gertraudenstraße und Molkenmarkt. Die Spannbetonbrücke stammt aus 1968 und schafft eine Verbindung zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz.

Außerdem verbindet sie die Fischerinsel mit dem Molkenmarkt auf dem nordöstlichen Spreeufer. Als Teil einer bedeutenden Ost-West-Magistrale ist die Brücke mit rund 72.000 Fahrzeugen pro Tag hoch frequentiert.

Im Zuge der Umgestaltung des Molkenmarktes ist auch die Sanierung der Brücke geplant. Die Straßenbaumaßnahme wird in zwei Bereiche unterteilt. Zum einen in den “Umbau Mühlendamm / Molkenmarkt / Grunerstraße (Hauptstraßenzug) von Mühlendammbrücke bis Littenstraße einschließlich den Anschlüssen Spandauer Straße bis Stralauer Straße” und zum anderen in den “Umbau der Quartiersstraßen im Klosterviertel (Bereich Molkenmarkt / Klosterviertel)”.

Bei den regelmäßig durchgeführten Untersuchungen zur Standsicherheit der Berliner Brücken hatten die Experten im Spätsommer 2018 irreparable Schäden am Tragwerk der Brücke festgestellt. Da auch eine Straßenbahnlinie über die Brücke geplant ist, benötigt sie eine erhöhte Tragfähigkeit. So hat der Senat Ende 2018 den Abriss und einen anschließenden Neubau beschlossen. Für den Bau werden rund 44 Millionen Euro veranschlagt. Während der Bauarbeiten soll der Verkehr an dieser Stelle aufrechterhalten bleiben. Wann die Bauarbeiten beendet sein sollen ist noch unklar.