Weltzeituhr feiert 50. Geburtstag

Vor genau 50 Jahren wurden im August 1969 die im havelländischen Rathenow gefertigten Bauteile der Weltzeituhr in das Zentrum Berlins transportiert und dort in den folgenden Wochen unter der Leitung ihres Designers Erich John auf dem Alexanderplatz zusammengesetzt. Am 30. September fand die feierliche Einweihung und Schlüsselübergabe an den damaligen Oberbürgermeister von Ost-Berlin, Herbert Fechner statt, planmäßig pünktlich vor dem 20. Jahrestag der DDR.

Zum 50. Geburtstag der Weltzeituhr gibt es ab sofort erstmals die Möglichkeit, sich direkt vor Ort über die Geschichte, die Funktionalität und den Designer dieses einmaligen Berliner Wahrzeichens zu informieren.

Weltzeituhr am Alexanderplatz.
Die Weltzeituhr am Alexanderplatz wird 50 Jahre alt.
Foto: A. Strebe

Durch die enge Kooperation zwischen dem Bezirk Berlin-Mitte und der privat initiierten WELTZEITUHR Gesellschaft ist es als Public Private Partnership gelungen, eine BBox als Jubiläums- und Infopavillon direkt neben der Weltzeituhr aufzustellen. Dort können Berliner und Touristen mehr über die Urania Weltzeituhr als Denkmal erfahren und erhalten von den im Infopavillon neu eingesetzten „Alexanderplatz Guides“ allgemeine und zusätzliche Auskünfte rund um den Alexanderplatz mit seinem vielseitigen Angebot an Shoppingmöglichkeiten, Attraktionen, Hotels und gastronomischen Einrichtungen.

Der Infopavillon ist zunächst für einen temporären Zeitraum von drei Monaten vorgesehen. Ziel des Bezirks ist es, durch den Infopavillon als „Alexanderplatz Information“ die nahegelegene Polizeiwache zu entlasten, deren Beamte immer wieder als touristischer Auskunftsdienst in Anspruch genommen werden.

Die Weltzeituhr ist ein beliebter Treffpunkt.
Die markante Uhr ist ein beliebter Treffpunkt.

„Die Weltzeituhr war und ist zentraler Treffpunkt, eines der bekanntesten Wahrzeichens Berlins, Designikone und natürlich immer noch das, was sie seit nunmehr fünf Jahrzehnten ist: ein Plädoyer für Weltoffenheit, die uns in Berlin und im Bezirk Mitte besonders wichtig ist“, erläutert Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel die herausragende Bedeutung der Uhr für Berlin. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jubiläum feiern und zugleich die Informationsbox eröffnen können, auf der die Geschichte der Weltzeituhr dokumentiert ist. Überdies werden unsere neuen Alex-Guides drei Monate lang über alles Wissenswerte sowie über den Alexanderplatz und andere touristische Sehenswürdigkeiten Auskunft geben. Mag die Zeit auch immer schneller verrinnen, die Weltzeituhr bleibt davon unberührt und hat Bestand!“, so von Dassel.

Die Urania Weltzeituhr am Alexanderplatz im Zentrum Berlins ist seit 50 Jahren generationsübergreifend bis heute ein beliebter Treffpunkt für Menschen aus der ganzen Welt. Auf ihrer Rotunde sind nunmehr über die 24 Zeitzonen verteilt die Namen von 146 Städten und Regionen aller Kontinente eingraviert, deren aktuelle Ortszeit der Betrachter anhand des sich drehenden Ziffernkreises in der Mitte der Uhr ablesen kann. Über allem dreht sich das Planetensystem, das die Grundlagen der Zeitmessung anhand des Laufs der Planeten symbolisiert.

Am 30. September 1969 wurde die Urania Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz feierlich eingeweiht. Anlass damals war das 20-jährige Bestehen der DDR. Innerhalb nur weniger Monate hatte der Formgestalter Prof. Erich John das Denkmal entwickelt. Im Umfeld der Uhr versammelten sich nicht nur anlässlich der X. Weltjugendspiele im Sommer 1973 Studenten aus der ganzen Welt, sondern im Oktober 1989 auch tausende Oppositionelle, die mit den berühmten Worten „Wir sind das Volk“ in Richtung Palast der Republik aufbrachen, wo die Staatsführung gerade den 40. Jahrestag der DDR feierlich beging.

Seit 2015 steht die Berliner Weltzeituhr aufgrund ihrer künstlerisch, städtebaulich und geschichtlich überragenden Bedeutung unter Denkmalschutz. Heute gilt die Uhr als Design-Ikone und als Wahrzeichen der Hauptstadt.

Im Jahr 2018 hat der Designer und Urheber Prof. Erich John anlässlich des bevorstehenden 50. Jubiläums die weltweit exklusiven Vermarktungsrechte dem Berliner WELTZEITUHR Start-up übertragen, das ein nachhaltiges Konzept entwickelt hat, um dem Andenken als zeitgeschichtliches Wahrzeichen gerecht zu werden.

Die WELTZEITUHR Gesellschaft entwickelt, produziert und lizensiert hochwertige Sammlerstücke sowie Kunstobjekte und vermarktet das Designobjekt weltweit. Mindestens zehn Prozent der Erlöse fließen in den Erhalt des Denkmals bzw. das Engagement, die Geschichte und Funktion nachhaltig zu vermitteln. WELTZEITUHR Geschäftsführer Carsten Kollmeier: „Die Urania Weltzeituhr ist ein einzigartiges Symbol für die Weltoffenheit Berlins – und eine Design-Ikone. Erstmals in der Geschichte der Weltzeituhr haben wir 2018 eine hochwertige, nachhaltig produzierte Produktkollektion, Made in Germany, ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, dem Vermächtnis dieses zeitgeschichtlichen Denkmals von Weltrang nachhaltig gerecht zu werden. Wir danken Prof. John für das große Vertrauen.“

Die WELTZEITUHR-Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, den Menschen, die sich generationsübergreifend aus aller Welt dort seit über 50 Jahren treffen, die Geschichte und Funktion der Weltzeituhr zu vermitteln und dabei, der Bedeutung als ein Alleinstellungsmerkmal Berlins und „Mutter aller Weltzeituhren“ gerecht werdend, das Denkmal und ihren Designer entsprechend zu würdigen. Alle Besucher können sich nun auf den Außenflächen des Weltzeituhr-Pavillons zur Geschichte und Funktionsweise informieren und erhalten bei den „Alexanderplatz-Guides“ am Counter des Infopavillons eine kostenlose Infobroschüre zum Mitnehmen.