20 Jahre Berliner Medizinhistorisches Museum

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) erhalten Besucher am Geburtstagswochenende (24./25. März) kostenfreien Eintritt. Im Jahr 1899 als „Pathologisches Museum“ von Rudolf Virchow für seine Präparate-Sammlung begründet, startete das BMM im März 1998 mit dem Ziel, spannende Geschichten rund um die Medizin zu erzählen.

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité mit Blick auf den Hauptbahnhof.
Foto: Charité/Widulin

Seitdem hat sich das Museum mit seiner ständigen Ausstellung und den mittlerweile 55 wechselnden Sonderausstellungen zu einer anerkannten Wissens- und Kultureinrichtung entwickelt. „Rund 1,3 Millionen Gäste haben das Museum in den letzten 20 Jahren besucht; allein letztes Jahr waren es über 100.000 Besucher – rund die Hälfte von ihnen sind medizinisch interessierte Laien“, sagt Prof. Dr. Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. Der Medizinhistoriker, der auch das Filmteam der ARD-Serie „Charité“ beraten hat, fügt hinzu: „Als universitäres Museum haben wir natürlich auch ein eigenes Sammlungs- und Forschungsprofil: Virchow und seine Pathologie, die Charité und die Berliner Medizin stehen dabei im Zentrum der Betrachtungen und Aktivitäten des Museums – auch jenseits der Ausstellungsvitrinen.“

Zum Jubiläum erscheint zudem der Sammelband „Tiefe Einblicke. Das Anatomische Theater im Zeitalter der Aufklärung“, der erste Ergebnisse aus einem Forschungsvorhaben der Einstein Stiftung Berlin vorstellt. Im Mittelpunkt stehen die Anfänge der Berliner Medizin im 18. Jahrhundert. Ausgehend vom längst verschwundenen Anatomischen Theater, das 1713 in Berlin errichtet wurde, führt das Buch zu weiteren Produktionsstätten nützlichen Wissens in der barocken Residenz. Es beschreibt den mehr oder weniger erfolgreichen Betrieb analoger Einrichtungen an anderen Orten und folgt dem Weg der anatomischen Objekte und Präparate bis in die Berliner Salons und darüber hinaus.

Am Geburtstagswochenende erhalten Besucher kostenfreien Eintritt. Zudem gibt es am 25. März ab 11 Uhr kostenlose Impulsführungen durch die Dauerausstellung.

Die Dauerausstellung im BMM
In seiner 2007 eröffneten Dauerausstellung „Dem Leben auf der Spur“ führt das Museum seine Besucher auf 800 Quadratmetern auf eine Reise durch den Körper, die unter die Haut geht. Geboten wird zunächst ein Gang ins Anatomische Theater, in Virchows Seziersaal und vor allem in seine Präparate-Sammlung. In den vier großen Schausälen lassen sich am Berliner Beispiel 300 Jahre Medizingeschichte nacherleben. So sind beispielsweise Aderlassmesser und Augenspiegel, Mikroskop und CT sowie Gebärstuhl und eine Eiserne Lunge zu sehen. Die insgesamt rund 1.400 Objekte machen die wesentlichen Stationen der modernen naturwissenschaftlichen Medizin deutlich. Die Ausstellung spricht aber auch offen Irr- und Abwege der deutschen Medizin an, wie die Verstrickung in die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus. Abschließend begegnen die Besucher in einem großen historischen Krankensaal zehn Patientenschicksalen: Menschen, die seit Bestehen der Charité 1710 in dieser Einrichtung nach bestem medizinischem Wissen und Gewissen behandelt worden sind.


Medizinhistorischen Museum BMM, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
24. März von 10 bis 19 Uhr und 25. März von 10 bis 17 Uhr