Das Stadtmuseum Berlin verzeichnet steigende Besucherzahlen: Nach rund 225.000 Gästen im Jahr 2024 kamen 2025 über 240.000 Menschen – trotz des Wegfalls der kostenfreien Museumssonntage. Allein die aktuelle Ausstellung „Heute noch, morgen schon“ zog bereits mehr als 10.000 Besucher an.
„Unser Programm 2026 ist so vielfältig wie Berlin selbst“, sagt Sophie Plagemann, künstlerische Direktorin des Stadtmuseums Berlin. „Wir erzählen Stadtgeschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bringen Stimmen aus der Stadtgesellschaft miteinander ins Gespräch.“
Schwerpunkt Nikolaiviertel
Bis zur Eröffnung des neuen Museums- und Kreativquartiers am Köllnischen Park richtet das Stadtmuseum den Fokus auf seine drei Häuser im Nikolaiviertel. Neben Ausstellungen erwartet das Publikum dort ein Konzertprogramm in der Nikolaikirche, ungewöhnliche Perspektiven auf Liebe und Partnerschaft im Biedermeier im Knoblauchhaus sowie migrationsgeschichtliche Themen im Ephraim-Palais.
Migration, Erinnerung und Gegenwart
Im Museum Ephraim-Palais rückt 2026 das Leben in der Migrationsgesellschaft in den Mittelpunkt. Die Ausstellung „Tapetenwechsel – Über Mobilität und Mobiliar“ zeigt ab Mai, wie Möbel und Alltagsobjekte Geschichten vom Ankommen und Neuanfang erzählen. Im Herbst folgt „Geteiltes Leben“, eine Kooperation mit dem Gropius Bau zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Migration nach Berlin. Ergänzt wird das Programm durch ein Forschungsprojekt zur jüdischen Überlebensgeschichte im Nationalsozialismus.
Klang, Raum und Geschichte
Die Nikolaikirche wird 2026 zum Experimentierraum für Klang: Eine Sound-Ausstellung und ein musikalisches Programm machen wenig gehörte Kapitel der Berliner Geschichte erfahrbar. Zudem setzt sich das Museum mit seinem kolonialen Erbe auseinander – mit künstlerischen Video-Interventionen an historischen Grabmälern.
Biedermeier neu gelesen
Im Knoblauchhaus hinterfragen junge Kuratoren die Epoche des Biedermeiers mit Blick auf Liebe, Rollenbilder und Alltagskultur. Höhepunkte sind die Ausstellung „Ein Match haben!“, eine große Schau zu Daniel Chodowiecki anlässlich seines 300. Geburtstags sowie ein Weihnachtsprogramm, das historische Bräuche kritisch beleuchtet.
BERLIN GLOBAL feiert Jubiläum
Die Berlin-Ausstellung im Humboldt Forum wird fünf Jahre alt. Am 4. Juli 2026 feiert das Stadtmuseum Berlin mit freiem Eintritt, Führungen, Workshops und Musik. Neue künstlerische Interventionen und eine immersive Installation zur queer-migrantischen Geschichte erweitern das Programm.
Lebendige Geschichte in Düppel
Das Museumsdorf Düppel bleibt ein Publikumsmagnet für Familien. Neben beliebten Festen stehen 2026 historische Bauprojekte und Living-History-Formate im Fokus. Eine internationale Fachtagung beleuchtet Chancen und Herausforderungen dieser Vermittlungsform.
Blick nach vorn: Köllnischer Park
Parallel entsteht am Köllnischen Park ein neues Museums- und Kreativquartier. Mit offenen Gesprächsformaten, Pop-up-Events an ungewöhnlichen Orten und der „Fete am Park“ sucht das Stadtmuseum frühzeitig den Dialog mit der Stadt.
Außenansicht Knoblauchhaus.
© Stadtmuseum Berlin/Cornelius M. Braun
