19. April 2021
Die Mühlendammbrücke von oben.

Beteiligen: Gestaltung der Mühlendammbrücke

Die zweiwöchige Öffentlichkeitsbeteiligung zur Neugestaltung der Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte hat begonnen. Bis Donnerstag, den 18. März 2021, können sich interessierte Bürger auf der digitalen Beteiligungsplattform den ausgelobten Realisierungswettbewerb ansehen. Sie sind auch aufgerufen, ihre Anregungen und Wünsche in die weiteren Planungsphasen einzubringen.

Online-Beteiligung vom 05. bis 18. März 2021

Von besonderem Interesse ist dabei, was Ihnen in Sachen Nutzung und Gestaltung besonders wichtig ist. Wie nutzen Sie die Brücke heute und wie möchten Sie diese in Zukunft nutzen? Was braucht es dafür? Inwiefern spielen städtebauliche Aspekte eine Rolle? Was finden Sie für diesen Ort passen oder unpassend – und warum?

Gegenstand des Wettbewerbes ist die Planung des Ersatzneubaus der Mühlendammbrücke über die Spree zwischen Breite Straße und Molkenmarkt im Berliner Stadtbezirk Mitte. Im Rahmen des Bürger-Dialogs werden mehrere digitale Informationsveranstaltungen angeboten. Darüber hinaus können sich in einer Online-Befragung Interessierte zu den Themen Technik, Verkehr, Kiezanbindung sowie Gestaltung der Mühlendammbrücke einbringen. Am Dienstag, den 23. März 2021, werden dann abschließend die eingegangenen Ergebnisse der Befragung in einer digitalen Veranstaltung diskutiert. Die Anregungen werden im Anschluss den Ingenieuren und Architekten zur Verfügung gestellt, die sich am Wettbewerb beteiligen werden.

Der Realisierungswettbewerb Mühlendammbrücke besteht aus zwei Projektphasen. Die erste Phase befasst sich mit dem Bauwerk und den prognostizierten Verkehrsmengen sowie der Straßenbahntrasse und dem Fuß- und Radverkehr. Die zweite Projektphase konzentriert sich auf den perspektivisch verringerten motorisierten Individualverkehr mit nur noch einer Kfz-Fahrspur pro Richtung.


Mühlendammbrücke
Die Mühlendammbrücke ist durch freiliegende Bewehrung stark beschädigt.
Einer der Bauwerksschäden ist freiliegende Bewehrung.
Fotos: SenUVK

Die Mühlendammbrücke wurde im Jahr 1968 in Spannbetonbauweise erstellt. Hierbei wurde der Hennigsdorfer Spannstahl verwendet, der als stark gefährdet gegenüber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion gilt. Eine Kontrolle 2019 ergab, dass die Brücke aufgrund der Konstruktion, des Bauwerkszustandes und des gestiegenen Verkehrsaufkommens nicht mehr dauerhaft standhalten kann.

Durch einen Ersatzneubau soll nun ein verlässliches Bauwerk für den Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Das gilt insbesondere, da durch die neue Straßenbahntrasse (Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Kulturforum) neue Beanspruchungen in die Bemessung einfließen. Trotzdem soll sich der Neubau städtebaulich-architektonisch in das heterogene Umfeld im Bereich der historischen Mitte integrieren. Als stadtgestalterisches Element kann die Brücke den künftigen Stadtraum aufwerten.

Die Planungsaufgabe umfasst neben dem Brückenneubau den Rückbau der bestehenden Spannbetonbrücke. Aufgrund der hohen Auslastung der Verkehrsachse soll die Errichtung des Ersatzneubaus in mehreren Abschnitten, bei laufendem Betrieb, erfolgen.