In Gedenken an Heinrich Zille

Sonderausstellung zum 90. Todestag

Mit  seiner  Totenmaske,  seinen  Grabkarten,  seiner  originalen Staffelei und anderen ganz persönlichen  und einzigartigen  Objekten  ehrt das Zille-Museum  im Berliner Nikolaiviertel Heinrich Zille anlässlich seines 90. Todestages am 9. August. Die neue Sonderausstellung „Erinnerungen an Heinrich Zille“ gibt eindrucksvolle  Einblicke in das Leben und Wirken des bekannten  und unvergessenen  Berliner Zeichners, Lithografen und Fotografen.

Liebevoll Pinselheinrich genannt, gehörte er zu den bekanntesten Künstlern von Berlin und ist ein bedeutsames Berliner Original. Seine Zeichnungen, Grafiken und Fotografien über  das  Leben  in  den  Berliner  Hinterhöfen  zur  Kaiserzeit  und  in  den 1920er-Jahren beeindrucken  noch heute. Mit seinem ungewöhnlichen  Blick  auf den Lebensalltag  der Menschen  war er seiner  Zeit weit voraus und ist der 80. Ehrenbürger der Stadt.

Hein-Jörg Preetz-Zille,  Urenkel von Heinrich Zille, stellt für diese Sonderausstellung  exklusiv  einmaliges  Erinnerungsgut  wie die Totenmaske  und die Staffelei zur Verfügung: „Gerade die originale Totenmaske findet an so einem  Tag  der  Würdigung  eine  besondere  Bedeutung. Um  den  Nachruf zum 90. Todestag  in der Öffentlichkeit  zu begehen,  bedarf es einer persönlichen Bewertung  des Künstlers. Mit den wertvollen  Relikten an exponiertem  Ort möchten  wir erreichen,  einmal  kurz innezuhalten,  um über den Geehrten zu resümieren. Mit der Staffelei, dem originalen Arbeitsplatz seines unendlich fleißigen Schaffens, gibt es die Möglichkeit,  sich auf den Menschen Heinrich Zille einzulassen.“

In den 1990er-Jahren gelang es dem Urenkel,  aus dem Nachlass des 1959 verstorbenen Zille-Sohnes Walter die Totenmaske, eine Gipsstatuette (von August  Kraus  1897), wie  auch  die  Staffelei  mit  Zeichenbrett,  Zeichenstock und Hocker käuflich  zu erwerben.  Für seine Familie sind dies sehr persönliche Erinnerungen  an den Urahnen, die sonst ihren ständigen Platz zu Hause in einer besonders angelegten Ecke haben.

Auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf wird dem Berlinischstem aller Berliner (Künstler) gedacht.

Der Südwestkirchhof  Stahnsdorf südwestlich von Berlin, auf dem Berlins großer Zeichner seine letzte Ruhestätte fand, stellt für die Sonderausstellung  im Zille-Museum mehrere seiner Grabkarten zur Verfügung.

Im Rahmen  der Ehrung zum 90. Todestag  Zilles erinnert  am Freitag,  9. August, der „Heinrich  Zille Freundeskreis  e.V.“ auf dem Friedhof Stahnsdorf  an der Grabstelle  an den  großen  Berliner  Künstler.  Mit dabei  sind Zille-Darsteller  Albrecht  Hoffmann  und  andere  Mitglieder  vom  Vorstand des Vereins.  Berliner  und  Brandenburger  Freunde  sind  eingeladen, gemeinsam am Grab Heinrich Zille zu gedenken. Treffpunkt ist 11 Uhr am Haupteingang vom Südwestkirchhof  (Bahnhofstr. 2, 14532 Stahnsdorf).

Das ausschließlich  privat betriebene Zille-Museum  befindet sich seit 2002 in der Propststraße  11 im Berliner  Nikolaiviertel.  Im Rahmen  der neuen Sonderausstellung  wurde es mit vielen neuen Bildern neu gestaltet – als eine  erste  Aktion des  Vereins  nach  der  Wahl eines neuen Vorstandes Anfang Juli 2019. Dessen erster Vorsitzender ist nach wie vor Walter Plathe, Schauspieler und Museums-Mitbegründer.