20. Mai 2024
Friedrichswerdersche Kirche feiert die Rückkehr der Prinzessinnengruppe.

Prinzessinnengruppe in der Kirche zurück

Die Prinzessinnen sind zurück! Ab 22. April 2023 ist Schadows berühmtes Gipsoriginal der Prinzessinnengruppe erstmals seit 2012 wieder Teil der Dauerausstellung in der Friedrichswerdersche Kirche; Aktionswochenende am Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April mit Führungsprogramm und Konzerten der Akademie des Konzerthauses

Von 1824 bis 1830 erbaut, ist die Friedrichswerdersche Kirche heute der einzig original erhaltene Kircheninnenraum Karl Friedrich Schinkels. Nach rund achtjähriger Schließzeit öffnete sie im Oktober 2020 wieder für die Öffentlichkeit. Nach umfangreicher Restaurierung zieht nun auch die Prinzessinnengruppe wieder ein. Während die 1797 fertiggestellte Marmorfassung, die Besucher auf der Museumsinsel empfängt, war das Gipsmodell jahrzehntelang Publikumsmagnet der Skulpturenausstellung in der Friedrichswerderschen Kirche, wo es ab April wieder dauerhaft zu sehen ist. Am Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April findet anlässlich der Präsentation der Prinzessinnengruppe ein Aktionswochenende statt.

Prinzessinnengruppe, geschaffen 1795 von Johann Gottfried Schadow.
Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen, geschaffen 1795 von Johann Gottfried Schadow.
Foto: Staatliche Museen zu Berlin

Als „himmlische Erscheinungen […], deren Eindruck auch mir niemals verlöschen wird“ pries Johann Wolfgang von Goethe einst die beiden Schwestern Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz. Der Bildhauer Johann Gottfried Schadow setzte den Schwestern ein Denkmal und schuf mit dem Doppelstandbild der „Kronprinzessin Luise und Prinzessin Friederike von Preußen“ eine Ikone des europäischen Klassizismus. Das unter dem verkürzten Namen „Prinzessinnengruppe“ bekannt gewordene Doppelstandbild gehört – wie der „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich – zu den Sammlungshighlights der Alten Nationalgalerie.

Das Originalgipsmodell nimmt im Oeuvre Schadows und für die Skulptur des 19. Jahrhunderts einen besonderen Stellenwert ein: es lässt am unmittelbarsten die Handschrift des Künstlers, aber auch die spannende Werkgenese des Doppelstandbilds nachvollziehen. Die wechselvolle Standortgeschichte des fragilen Gipses hatte im Laufe der Jahrhunderte schwerwiegende Schäden hinterlassen. Dank der großzügigen Unterstützung der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Hermann Reemtsma Stiftung sowie der Kulturstiftung der Länder konnte der Originalgips in einem beispielhaften Forschungsprojekt erfolgreich restauriert werden. Nach einer erstmals ermöglichten Gegenüberstellung des Gipsoriginals mit der Marmorausführung im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Berührende Formen. Johann Gottfried Schadow“ in der Alten Nationalgalerie (bis 19. Februar 2023) folgt nun dessen Neupräsentation in der Dauerausstellung der Friedrichswerderschen Kirche, verbunden mit einer Sonderpräsentation zur Restaurierung.

Aktionswochenende: Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April

An beiden Tagen findet ein vielfältiges Begleitprogramm statt:

  • Überblicksführungen: 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr (Dauer je 30 Minuten)
  • Familienführungen: 10:30 und 12:30 Uhr (Dauer je 60 Minuten)
  • Themenführungen: 11:30, 13:30 und 15:30 Uhr (Dauer je 60 Minuten)
  • Konzerte: 16:30 Uhr (Dauer 40 Minuten)

Ein Streichquartett der Stiftung Kurt-Sanderling-Akademie des Konzerthausorchesters Berlin spielt Werke des 19. Jahrhunderts von Jean Sibelius, Antonín Dvořák und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Anmeldung nicht erforderlich.


Dependance der Alten Nationalgalerie: „Ideal und Form“

Seit 1987 dient die Kirche als Dependance der Alten Nationalgalerie. Die Nationalgalerie besitzt eine der umfassendsten Sammlungen skulpturaler Kunst des 19. Jahrhunderts und nimmt eine herausragende Stellung innerhalb der deutschen Museumslandschaft ein. Die Dauerausstellung „Ideal und Form“ zeigt Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie. Sammlungsstücke von der Schinkelzeit bis zum Kaiserreich zeichnen die Entwicklungslinien des Langen 19. Jahrhunderts in die Moderne nach und laden ein, die international ausgerichtete Berliner Bildhauerschule neu zu entdecken – darunter bedeutende Werke von Christian Daniel Rauch, Johann Gottfried Schadow, Reinhold Begas, Elisabet Ney oder Adolf von Hildebrand. Zur Ausstellung Skulpturenausstellung und wechselvollen Baugeschichte ist 2022 eine umfassende Publikation in deutscher und englischer Sprache erschienen. Der Eintritt ist frei.