27. Juli 2021
Die Roßstraßenbrücke über den Spreekanal an der Fischerinsel ist nach Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben.

Roßstraßenbrücke an der Fischerinsel wieder frei

Die Roßstraßenbrücke über den Spreekanal an der Fischerinsel ist nach ihrer knapp anderthalbjährigen Sanierung seit einigen Tagen wieder für den Verkehr freigegeben.

Die denkmalgeschützte Bogenbrücke, eröffnet 1901 und in späteren Jahrzehnten immer wieder repariert, war seit Dezember 2019 grundhaft instandgesetzt worden. Eine lastverteilende Platte aus Stahlbeton wurde eingebaut, Schäden an den zwischenzeitlich komplett demontierten Sandsteinbrüstungen beseitigt, zudem Rissschäden im Brückenbogen behoben.

Die Roßstraßenbrücke über den Spreekanal an der Fischerinsel ist nach Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Roßstraßenbrücke über den Spreekanal an der Fischerinsel ist nach Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Grundinstandsetzung umfasste den vollständigen Abbau des Gehweg- und Straßenbelages, teilweise der Brückenverstärkung aus Stahlbeton, der Geländer und der Schutzrohre der Versorgungsleitungen. Die Rückseiten der Widerlager wurden während der Erdarbeiten teilweise freigelegt. Die Brückenkonstruktion wurde mit einer massiven Stahlbetonplatte und zahlreichen Ankern innerhalb des Natursteinbogens verstärkt.
Die Brückenkonstruktion, inklusive der Fundamente, wurde dann mit einer neuen Abdichtung ganzflächig geschützt. Beim Wiederaufbau
sind die Geländer aus Naturstein denkmalgerecht instand gesetzt und  mit einer inneren Stahlkonstruktion stabilisiert worden. Die umfangreichen Risse im Brückenbogen wurden vom Wasser aus verpresst und geschlossen. Die Gehwege und die Fahrbahn sowie die Anschlussbereiche erhielten abschließend einen neuen Asphaltbelag.

Während der Sanierungsarbeiten wurden mehrere neue Kabelschutzrohre für die Versorgungsleitungen eingebaut.

Nach Abschluss der Grundinstandsetzung und der Rückverlegung der Leitungen wurde die provisorische Leitungsbrücke zurückgebaut.

Die Brücke verbindet Berlins historische Mitte am Mühlendamm über die Fischerinsel und die Neue Roßstraße mit der Heinrich-Heine-Straße und dem angrenzenden Stadtteil Kreuzberg. Die städtische Bogenbrücke in Berlin-Mitte ist denkmalgeschützt. Sie überquert im Zuge des Straßenzuges Fischerinsel – Neue Roßstraße die Bundeswasserstraße Spreekanal (Spk) bei Kilometer 1,70. Sie wurde von 1899 bis 1901 errichtet.

Die Brücke wurde in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges vermutlich von deutschen Truppen durch Sprengwirkung im Scheitelbereich schwer beschädigt, ohne dass der Sandsteinbogen eingestürzt ist. 1946 wurde der beschädigte Brückenbogen mit unbewehrtem Ziegelsplittbeton repariert.

Die durch Kriegseinwirkung zerstörten Brüstungen wurden im Jahr 1958 in gegenüber dem historischen Vorbild vereinfachter Form erneuert.