Königliche Kraftquelle im Norden Bayerns

Blick auf das Staatsbad von Bad Brückenau.

Was Sanssouci für Preußenkönig Friedrich II. war, war das heutige Staatsbad Bad Brückenau für Bayernkönig Ludwig I. In ihren Sommerresidenzen konnten sich die Monarchen ihren Vorlieben hingeben. Während sich der Alte Fritz seinen schöngeistig-musischen Interessen widmete, schrieb der bayrische Monarch unter einer Eiche Liebesbriefe und Gedichte für seine Geliebte, die Tänzerin Lola Montez.

Die König-Ludwig-Eiche ist ein Naturdenkmal im Staatsbad Brückenau.

Rund 850 Jahre alt soll des Königs Lieblingsbaum sein und man wünscht sich, er könnte erzählen. Denn das königliche Kleinod im Norden Bayerns mit seinen mondänen Villen, dem prunkvollen Kursaalgebäude und malerischen Schlossgarten steckt voller Geschichte und Geschichten. So soll Österreichs Kaiserin Sisi, die im Elisabethenhof kurte, 100 Eigelb von den Bauern geordert haben, um ihre Haarpracht (1,20 Meter lang, sieben Kilo schwer) zu pflegen. Auch die russische Zarin Alexandra, Ludwigs Schwiegertochter, die griechische Königin Amalie, waren hier. Und im Parkhotel traf sich 1949 Konrad Adenauer mit dem Ellwanger Kreis und legte dort die Bezeichnung „Bundesrepublik Deutschland“ fest.

Heute zieht es vor allem Urlaubs-, Gesundheits- und Wellnessgäste in das königliche Kleinod. Wie schon vor 250 Jahren sind es neben der Ruhe und Beschaulichkeit die heilenden Quellen, die für neue Kraft und ein positives Lebensgefühl sorgen. Fünf Heilquellen sprudeln aus den Tiefen der vulkanischen Rhön. Sie beleben, reinigen, machen schön. Vor allem aber heilen sie! Und Trinkkuren, so weiß Kurdirektorin Andrea Schallenkammer, liegen als Bestandteil medizinischer Vorsorge und Therapie wieder sehr im Trend.

Eine Aussichtsplattform und ein Lehrpfad informieren über den Biber.

Doch auch die Landschaft mit ihren Hochmooren und Rhönschafen rund um das Staatsbad lädt die Lebensbatterien wieder auf. So führt eine Wanderung zu einer Biberplattform oder zum 928 Meter hohen Kreuzberg. Wer den heiligen Gipfel mit traumhaftem Fernblick erklimmt, darf sich statt Heilwasser durchaus ein süffiges Klosterbier gönnen.

Der Fürstenhof – die ehemalige Residenz von Ludwig I von Bayern ist heute ein Hotel.

Philosoph Dr. Gerhard Hofweber, der mit seinem Institut in die Philosophenvilla des Staatsbades eingezogen ist, fasst es so zusammen: „Der richtige Ort spielt im Leben eine ganz wichtige Rolle. Das Staatsbad Bad Brückenau ist für mich ein Ort der stillen Vitalität, ein Gravitationszentrum des Geistes und vollendet schön. Es ist ein Privileg, hier sein zu dürfen.“


Infos

Bayerisches Staatsbad Bad Brückenau
Tel. 0800 99 11 999 (kostenfrei)
www.staatsbad.de

Text und Fotos: Bärbel Arlt

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