30 Jahre Friedliche Revolution

Die Friedliche Revolution bedeutete das Ende des geteilten Deutschlands: Berlin wird das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls vom 4. bis zum 10. November 2019 mit einer großen Festivalwoche begehen – und die Stadt damit in ein einzigartiges Open-Air-Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände verwandeln.

Letzte Mauerreste zeugen von der Friedlichen Revolution.
Letzte Mauerreste zeugen von der Friedlichen Revolution.
Foto: shutterstock

Anlässlich des historischen Ereignisses finden in der Hauptstadt eine Vielzahl an Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die sich mit dem Bau der Berliner Mauer, der Teilung Berlins, dem Kalten Krieg und der Friedlichen Revolution von 1989 beschäftigen.

Im Rahmen der offiziellen Festwoche sind sieben Originalschauplätze als „Route der Revolution“ ausgesucht, die jeweils stellvertretend für wichtige Ereignisse der Geschichte von 1989/90 stehen und somit die Stadt in eine Bühne unter freiem Himmel verwandeln: Am Alexanderplatz, am Kurfürstendamm, der Gethsemanekirche, dem Schlossplatz, am Brandenburger Tor, der East Side Gallery und in der ehemaligen Stasi-Zentrale lassen eindrucksvolle Inszenierungen in Form von Projektionen aus historischen Bildern, Animationen und Soundinstallationen die Gäste in die Zeit von 1989 und 1990 eintauchen.

Lichtprojektionen auch am Brandenburger Tor.
Lichtprojektionen auch am Brandenburger Tor.
Foto: falco/Pixabay

Neben dem Gedenken an die Opfer der SED-Diktatur und an die Teilung der Stadt an der ehemaligen innerstädtischen Grenze lädt die dezentrale Stadtinszenierung mit einem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ein, die  Friedliche Revolution und seine historischen Ereignisse zu erleben: von den Anfängen in Mittel- und Osteuropa, der Fluchtwelle ab Frühsommer 1989 über die DDR-weiten Proteste und Demonstrationen sowie dem Mauerfall im Herbst bis hin zur Stürmung der Stasi-Zentrale und den ersten freien Wahlen in der DDR im März 1990. Museen, Gedenkstätten, Vereine, Bildungseinrichtungen, Initiativen und Künstlergruppen wirken an diesem vielfältigen Programm mit und schlagen so eine Brücke von damals zu heute. Mit eindrucksvollen Lichtprojektionen aus historischen Bildern, Animationen und Sound werden markante Gebäude an diesen Orten inszeniert

Am Abend des 9. Novembers verwandelt sich die ganze Stadt in ein Open-Air-Konzert. Auf zahlreichen Bühnen entlang der Route der Revolution präsentieren Künstler aus der ganzen Welt ein breites musikalisches Spektrum. Das Dienstagskino im Abgeordnetenhaus von Berlin zeigt schon im Vorfeld an sieben Abenden im Oktober und November Filme aus Ost und West, die sich mit der Friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer beschäftigen. Zudem haben verschiedene Anbieter Bus-, Fahrrad- oder Wandertouren zu den bedeutendsten Spuren der Geschichte im Programm.

Ein Foto der Bernauer Straße von 1990 aus der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau.
Ein Foto der Bernauer Straße von 1990 aus der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau.
Foto: Estate Sibylle Bergemann

Die Gruppenausstellung „Durch Mauern gehen“ im Martin-Gropius-Bau zeigt ab September 2019 Werke, die sich 30 Jahre nach dem Mauerfall mit dem Konzept der Abgrenzung durch Grenzen und Barrieren befassen, so wie auch verschiedene andere Museen und Ateliers.

Insgesamt lädt ein breitgefächertes Veranstaltungsprogramm aus Konzerten, Podiumsdiskussionen, Zeitzeugengesprächen, Lesungen und Filmvorführungen zum Zuhören und Mitreden ein.