bauhauswoche berlin

Im Jahr 1919 gründete Walter Gropius das Bauhaus und damit – trotz der nur vierzehnjährigen Existenz – eine der bis heute bedeutendsten Kunst- und Designschulen der Welt. Berlin feiert das hundertjährige Jubiläum mit der „bauhauswoche berlin“ vom 31. August bis 8. September. Mit Ausstellungen, künstlerischen Performances, Installationen, Vorträgen und Workshops, die zum Mitmachen einladen, soll das Festival die innovativen Gestaltungsideen und sozialen Visionen des Bauhauses in die Stadt tragen.

100 Jahre Bauhaus wird mit der bauhauswoche gefeiert.
100 Jahre Bauhaus wird mit der bauhauswoche gefeiert.
Foto: © Bauhaus-Archiv Berlin

Herzstück und Ausgangspunkt der „bauhauswoche berlin“ ist das Festivalzentrum auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes. Das „bauhaus reuse“ ist ein gläserner Pavillon aus wiederverwendeten Fensterelementen des Bauhausgebäudes in Dessau. Dort finden Vorträge und Workshops, Symposien, Radioabende, Buchvorstellungen, Filmscreenings, Performances und künstlerische Interventionen sowie die große Abschlussparty am 7. September statt. Das Festival ist Teil der bundesweiten Aktivitäten unter dem Dach von 100 Jahre Bauhaus.


Eröffnung der bauhauswoche berlin

Am Freitagabend, 30. August um 18 Uhr eröffnet das Festivalzentrum mit Kultursenator Klaus Lederer. In der Performance „Drawing Gertrud Grunow“ erinnert Jenny Brockmann mit weiteren Künstler*innen an die Musikpädagogin Getrud Grunow. Die Berliner Band „Nova fliegt zum Mond“ rundet die Eröffnung musikalisch ab und die Lichtinstallation „Your Point of View“ von Studio De Schutter taucht den Ernst-Reuter-Platz in das Licht der drei Primärfarben.

Lesungen und Buchpräsentationen zur Tea Time

Jeden Tag um 17 Uhr zur Tea Time lesen Autor*innen aus ihren Werken und gehen im Anschluss ins Gespräch mit den Zuhörer*innen. Mit dabei sind unter anderen Antje Horn („Grand Tour der Moderne“, 31. August), Stefan Berg und Lena Giovannazi („Bauhaus – gesehen von Stefan Berg“ und „Bauhaus-Spuren in Berlin“, 1. September), Philipp Oswalt und Thomas Flierl („Hannes Meyer. Im Streit der Deutungen“, 2. September), Katrin Voermanek und Bärbel Högner („Bauhaus, Posener, Le Corbusier“,
4. September), Arnold Körte („Begegnungen mit Walter Gropius“,
5. September), Ingolf Kern und Kitty Kahane („Bauhausbücher für Kinder“, 7. September). Im Festivalzentrum gibt es außerdem eine kleine, sehr gut bestückte Bibliothek mit den neuesten Titeln zum Bauhaus.

Das Bauhaus im Film – Open-Air-Kino

Zwei Dokumentarfilme beleuchten Themen, die auch das Bauhaus beschäftigten: Wohnen und Baukunst. Gezeigt werden Open-Air „Ein gebautes Versprechen. Sozialer Wohnungsbau der Berliner Moderne“ (31. August, 21 Uhr) von Marian Engel über das Wohnen in den Berliner UNESCO-Welterbesiedlungen und „Die neue Nationalgalerie“ (1. September, 21 Uhr) von Ina Weisse über die Entstehung des legendären Museumsgebäudes. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit den Macher*innen und weiteren Gästen statt.

Das Bauhaus im Ohr – Radiolounges

Es gibt auch etwas zu Hören im gläsernen Festivalzentrum der bauhauswoche oder Open-Air auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes. Die erste Radiolounge (2. September, 21 Uhr) präsentiert das preisgekrönte Hörspiel „Audio. Space. Machine – Ein Bauhaus-Konzeptalbum“ von Wittmann/Zeitblom. Am zweiten Abend (4. September, 21 Uhr) stellt Anselm Weidner die beiden Features „Ritzplatten und tolle Tuben – Die Musik am Bauhaus“ von Matthias Henke und sein eigenes Feature „Wie auf vulkanischem Gelände – Die Bauhausausstellung Weimar 1923“ vor. Für die dritte Radiolounge (5. September, 21 Uhr) hat sich Anselm Weidner in die Archive der Sender begeben und unter dem Titel „Bauhäusler*innen im Rundfunk“ eine Audio-Kompilation von 23 Originalstimmen von Bauhäuslern zusammengestellt.

Vorträge und Workshops

Unter der Überschrift „bauhaus – praxis – gegenwart“ beleuchtet eine Vortragsreihe architektonische, künstlerische und kreative Aspekte der Kunst- und Designschule. Praktiker*innen wie Wita Noack, Leiterin des Mies van der Rohe Hauses in Berlin („Arbeiten im Bauhaus-Mies“, 1. September, 11 Uhr), Architekt Winfried Brenne („Das Bauhaus sanieren“, 2. September,19 Uhr), Markenentwickler Andreas Weber („Bauhaus now!“, 5. September, 19 Uhr), Architekturvermittler Thomas B. Krüger („Die weiße Stadt, aber welche?“, 8. September, 11 Uhr) bringen den Besucher*innen unterschiedliche Aspekte näher. Zwei Workshop-Talks laden ein, noch tiefer in die Materie einzutauchen: „Modern reuse & DIY (Do it yourself)“ (2. September, 10 Uhr) ist Thema eines Dialogs, der sich interdisziplinär mit reuse- und DIY-Konzepten beschäftigt. Unter der Überschrift „Bildung-Theorie-Praxis: Transdisziplinarität zwischen Wissenschaft, Fachpraxis und Gesellschaft“ (3. September, 10 Uhr) geht es um die Nutzung des bauhaus reuse nach der bauhauswoche als Pilot-Plattform für den „Campus  Charlottenburg“. Darüber hinaus finden noch Vorträge zu „Das Bauhaus als Netzwerk“ (3. September, 18 Uhr) sowie über die Itten-Schule (4. September, 19 Uhr) statt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich, um Voranmeldung für die Workshop-Talks wird gebeten unter: info@bauhaus-reuse.de

Abschlussparty mit Charleston & Swing

Das Bauhaus wusste seine Feste zu feiern: Kehraus-Fest, Weißes Fest, Metallisches Fest, um nur drei der legendären Mottopartys zu nennen. Die bauhauswoche reiht sich zum Ausklang (7. September ab 19 Uhr) ein und zwar mit einer Charleston- und Swing-Party. Live-Musik kommt von der Big Band „Kind of Dukish“, einen Charleston-Tanzkurs bietet Lottas Jitterbugs und die beiden DJ’s Wuthe und Swingin’ Swannee legen auf.

Bauhaus und Film: Open-Air-Kinoreihe im Palais Podewil

Ideen und Visionen des Bauhauses auf der großen Leinwand Open Air erleben: Die Filmreihe „Bauhaus und Film“ lädt im Rahmen der bauhauswoche berlin (31. August bis 8. September) zum Open-Air-Kino ins Podewil (Klosterstraße 68, 10179 Berlin). Die von Erfolgsproduzent Joachim von Vietinghoff und Christina M. Schachtschabel (Kunst trifft Kino X Kino trifft Kunst) kuratierte Reihe präsentiert an sechs Tagen ausgewählte Filme und Gespräche mit ausgesuchten Gästen, darunter: Martin Koerber von der Deutschen Kinemathek, Erik Spiekermann, einer der einflussreichsten deutschen Typografen, Publizist Bert Rebhandl und die Regisseure Heinz Emigholz, Dominik Graf, Martin Gressmann, Lars Kraume, Produzent Thomas Kufus sowie die Schauspieler Anna Maria Mühe und August Diehl. Gezeigt werden Werke von Ende der 1920er Jahre bis heute, Filme des Stummfilmpioniers Hans Richter, des Fotografen Man Ray, von Hollywoodregisseur Michael Curtiz bis hin zu Dominik Graf,
Lars Kraume und Heinz Emigholz.

Alle Filme der Reihe werden im Garten des Podewil (Klosterstraße 68, 10179 Berlin) gezeigt. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr, Filmstart ca. 21 Uhr. Eintrittspreise: Sonntag bis Mittwoch: 8 Euro (ermäßigt 6 Euro), Freitag und Samstag: 12 Euro (ermäßigt 8 Euro).

Bei schlechtem Wetter werden die Filme im Foyer des Podewil vorgeführt.

www.bauhaus100.de