28. Februar 2024
Der Französische Dom bietet einen Multimedia-Guide.

Französischer Dom mit Multimedia-Guide

Seit Juni 2023 können Besucher des Französischen Doms am Gendarmenmarkt einen neuen Multimedia-Guide auf ihr Smartphone laden. Die etwa 30-minütige Führung begleitet die individuelle Besichtigung des Doms mit Informationen, Anekdoten, historischen Bilder und Musik. Auf der Aussichtsplattform wird das spektakuläre 360-Grad-Panorama detailliert erklärt.

Die neue Multimedia-Führung umfasst zehn Stationen. Sie beginnt mit der Geschichte der Hugenotten, französischer Glaubensflüchtlinge, die im 17. Jahrhundert nach Berlin kamen. Weiter vermittelt sie die Baugeschichte von Französischer Kirche und Französischem Dom und Informationen über Kriegszerstörung, Wiederaufbau und heutige Nutzung. Zudem stellt sie das riesige, von einem Carillonneur spielbare Glockenspiel vor, das die Besucher in der Domkuppel aus nächster Nähe sehen können. Highlight ist dann der Besuch der Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe: Das spektakuläre 360 Grad-Panorama ist in mehrere Standorte aufgeteilt, sodass zu vielen Sehenswürdigkeiten Informationen und Anekdoten abgerufen werden können. Der Blick schweift über den Gendarmenmarkt, der als einer der schönsten Plätze Europas gilt, zum Turm des Deutschen Doms und zum Konzerthaus. Zum Greifen nah sind das Humboldt Forum im Berliner Schloss, der Fernsehturm, das Reichstagsgebäude und der Berliner Dom. Die Audioführung beschreibt auch weiter entfernt liegende Sehenswürdigkeiten so, dass sie leicht zu identifizieren sind.

Geführt werden die Gäste durch den Engel Mats. Die Geschäftsführerin der Besonderen Orte GmbH, Anke Stopperich erzählt, wie die Idee entstanden ist: „Im Eingangsbereich des Französischen Doms steht die etwa 200 Jahre alte Steinskulptur eines Engels. Ursprünglich schmückte sie das Dach des Doms. Sie stürzte bei der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in die Trümmer und konnte erst beim Wiederaufbau in den 1980ern geborgen werden. Der Engel ist also ein Zeitzeuge, der die wechselvolle Geschichte des Doms miterlebt hat und den Besucherinnen und Besuchern viele Anekdoten erzählen kann.“

Weil der Französische Dom von vielen ausländischen Touristen besucht wird, vermittelt die neue Multimedia-Führung auch Informationen zur Berlin-Brandenburgischen und deutsch-deutschen Geschichte. Der Guide wurde jedoch so konzipiert, dass er auch für Berliner interessant ist und ihnen viele überraschende Details und Anekdoten bietet.

Interessierte erwerben eine Karte mit individuellem QR-Code an der Kasse des Französischen Doms. Scannen sie den QR-Code ein, können sie die Multimedia-Führung auf ihrem eigenen Smartphone hören und sehen. Da der Code 14 Tage gültig bleibt, ist es auch möglich, zuhause alles noch einmal in Ruhe nachzuhören.


Historie

Am Gendarmenmarkt errichteten französische Glaubensflüchtlinge, die sogenannten Hugenotten, 1705 die Französische Friedrichstadtkirche. Der Französische Dom wurde erst 1780-1785 von Carl von Gontard im Auftrag Friedrichs des Großen als Schmuckturm ohne Funktion angebaut. Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Brandbomben das barocke Ensemble schwer, die Turmkuppel wurde zerstört. In den 1980er Jahren finanzierte die Evangelischen Kirche Deutschlands den Wiederaufbau des Doms mit neuer Aussichtsplattform und Glockenspiel. Seit 2021 betreibt die Berliner Agentur BESONDERE ORTE Umweltforum Berlin GmbH die Aussichtsplattform, das Restaurant Hugo & Notte und die Veranstaltungsräume im Französischen Dom.