20. Mai 2024
Freiflächen-Präsentation „Wir bleiben! Gentrifizierung und Widerstand in Berlin“ | © Barbara Bernardi, Linda Paganelli, Vincent Voignier / Stadtmuseum Berlin, Foto Michael Setzpfandt

Neue Freiflächen-Projekte in BERLIN GLOBAL

Unter dem Motto „Macht Eure eigene Ausstellung!“ hat das Stadtmuseum Berlin in 2023 Gruppen und Organisationen gesucht, die gemeinsam mit der Projektkoordination ihre Konzepte auf den Freiflächen der Ausstellung BERLIN GLOBAL verwirklichen wollen. Die Freiflächen sind jeweils für ca. 18 Monate als Teil von BERLIN GLOBAL zu erleben. Die kleinen Installationen werden gemeinsam mit dem Stadtmuseum Berlin entwickelt und umgesetzt. Finanziert werden sie vom Stadtmuseum Berlin. 34 Ideen wurden eingesandt, von denen nun drei ausgewählt wurden.

Freifläche A „Wenn ich König*in wäre. Hoffnungen, Wünsche und Zukunftsvisionen von jungen Menschen aus Neukölln für Berlin.“ | Eröffnung Frühling 2025
Partnerorganisation: Bürgerstiftung Neukölln
Die Bürgerstiftung Neukölln ist verantwortlich für mehrere Mentoring- und Teilhabe-Projekte zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Bezirk. Auf der Freifläche wird die Stiftung mit Neuköllner Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Ausgehend von einem kritischen Blick auf die Gegenwart formulieren die Teilnehmer Zukunftsvisionen für die Stadt. Das Projekt wurde vor allem auf Grund seiner Zukunftsorientierung, Jugendperspektive und kritischen aber hoffnungsvollen Ausrichtung ausgewählt.

Freifläche B „Transkulturelle Gemeinschaftsgärten verbinden“ | Eröffnung Herbst 2025
Partnerorganisation: Flamingo e.V.
Flamingo e.V. betreibt einen Heilkräutergarten und bietet verschiedene Empowerment-Aktivitäten für geflüchtete Frauen* an. Das Freiflächen-Projekt beschäftigt sich mit dem Gemeinschaftsgarten als Ort des feministischen Protests, der Solidarität, der Wissensvermittlung und der Heilung in Berlin. Im Mittelpunkt der Präsentation steht ein Baum als raumgreifende Installation. Der Baum ist sowohl Kunstwerk als auch Informationsträger, mit Tonspuren, Filmausschnitten, Musik (ebenfalls als feministische Protestform begriffen) und Bildern. Das Projekt wurde vor allem auf Grund der vernetzten inhaltlichen Ebenen (migrantisch, feministisch, ökologisch) und des durchdachten und poetischen Raumkonzeptes ausgewählt.

Freifläche C „Time Machine Infinitum: Journey Through Forever“ | Eröffnung Mai/Juni 2026
Partner: Noam Gorbat (Videokünstlerin), Omar Nicolas (Künstler, Kurator), Sina Ahmadi (Raumstrategie)
Das Projekt beschäftigt sich mit Kontinuitäten des queeren migrantischen Lebens in Berlin: queere Migrant:innen nicht als hippes Gegenwartsphänomen sondern als integraler Bestandteil der Berliner Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Besucher betreten die Installation und werden durch Bilder, Sound, Objekte und Film durch die Zeit transportiert. Das Projekt wurde vor allem wegen des intersektionalen Ansatzes, der anspruchsvollen künstlerischen Position sowie des bewussten Umgangs mit dem Ort Humboldt Forum ausgewählt.


Freiflächen in BERLIN GLOBAL

Freiflächen-Präsentation „Wir bleiben! Gentrifizierung und Widerstand in Berlin“ | © Barbara Bernardi, Linda Paganelli, Vincent Voignier / Stadtmuseum Berlin, Foto Michael Setzpfandt
Freiflächen-Präsentation „Wir bleiben! Gentrifizierung und Widerstand in Berlin“.
© Barbara Bernardi, Linda Paganelli, Vincent Voignier / Stadtmuseum Berlin, Foto Michael Setzpfandt

Ziel des Freiflächen-Konzeptes ist, bisher unzureichend repräsentierte Perspektiven auf die Berliner Geschichte und Gegenwart sichtbarer zu machen als sie heute im Museumskontext – auch in BERLIN GLOBAL selbst – sind. Dazu gehören beispielsweise BIPoC, queere, neuro- und körperlich diverse oder auch intersektionale Perspektiven. Die ausgewählten Projekte zeichnen sich durch ihre stadtgesellschaftliche Relevanz und durch die Sichtbarmachung neuer Perspektiven aus. Damit trägt das Konzept zu den Bestrebungen des Stadtmuseums Berlin bei, sich stärker in Richtung Diversität und Inklusion zu entwickeln.

Auf 4.000 Quadratmetern thematisiert BERLIN GLOBAL in sieben Themenräumen Fragen wie: Was ging und geht von Berlin in die Welt? Was wirkte in die Stadt zurück? Und wie wollen wir sie gestalten? In atmosphärischen Inszenierungen werden die ausgewählten Aspekte Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtung nacherlebbar.