27. September 2021
Das Teehaus wurde anlässlich des 160. Jahrestages der deutsch-japanischen Freundschaft eröffnet.

Neues Teehaus im Humboldt Forum

Bôki-an heißt das neue Teehaus des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin. Es ist dieser Tage im Humboldt Forum eröffnet worden. Entstanden ist Bôki-an nach Plänen des japanischen Architekten Jun Ura. Die erste Teezusammenkunft fand anlässlich des Jubiläums 160 Jahre Freundschaft Deutschland – Japan statt. Dazu waren der japanische Botschafter in Deutschland, Hidenao Yanagi, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, gekommen. Das Museum für Asiatische Kunst wird mit dem Teehaus die Tradition des sogenannten Teewegs fortsetzen, wie er aus Dahlem bekannt ist. Ab September 2021 ist er für Besucher erlebbar.

Alltag vergessen

Bôki bedeutet wortwörtlich „die alltäglichen Angelegenheiten vergessen“. Unter diesem Motto wurden im damaligen Museum für Ostasiatische Kunst in Dahlem regelmäßige Teezusammenkünfte angeboten. So eine Zeremonie wird Teeweg (chadō) genannt und in einem eigenen Teeraum angeboten.

Tradition wird fortgesetzt

Mit der Eröffnung des Museums für Asiatische Kunst im Humboldt Forum am 22. September 2021 wird diese Tradition des Teewegs fortgesetzt. Und zwar in einem Teehaus, das eigens für die neue Sammlungspräsentation im Humboldt Forum gestaltet wurde. Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf des Architekten Jun Ura aus Kanazawa wurde gemeinsam mit lokalen Künstlern, dem Teemeister Nara Sōkyū und Tee-Praktizierenden des Chado Urasenke Teeweg-Vereins Berlin konzipiert. Mit Handwerkern aus Japan wurde das Projekt dann realisiert.

Das Teehaus wurde anlässlich des 160. Jahrestages der deutsch-japanischen Freundschaft eröffnet.
Das Teehaus wurde anlässlich des 160. Jahrestages der deutsch-japanischen Freundschaft eröffnet.
Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / David von Becker

Im Rahmen des Jubiläums 160 Jahre Freundschaft Deutschland – Japan wurde das Teehaus dieser Tage eingeweiht. Die Eröffnung war verbunden mit einer traditionellen japanischen Teezusammenkunft durch einen Teemeister sowie der Übergabe eines Namens für das Teehaus. Bôki-an heißt das neue Teehaus nach einem Zitat des chinesischen Dichters Li Bai. Es bedeutet sinngemäß „Klause, um den Alltag hinter sich zu lassen“. Das Teehaus besteht aus einem Hauptraum (Teeraum) und Nebenraum (Vorbereitungsraum). Der Teeraum wird mit einer im Boden eingelassenen Feuerstelle (japanisch: ro) sowie einer Tokonoma (Nische) ausgestattet. Zwischen herausragenden japanischen Werken der Malerei, Grafik, Keramik und Lackarbeiten wird es Besuchern die Kultur des Teewegs erfahrbar machen.

Neben traditionellen Materialien wie Japanpapier oder lackiertem Holz dominieren moderne Baustoffe. So etwa rotbrauner Cortenstahl, aus dem Dach und Außenwände geformt sind. Die Wände des Hauptraums mit einer Größe von acht traditionellen Kyôtoer Reisstrohmatten sind mit einem europäischem Lehmputz ausgestattet.

Grußworte

S.E. Hidenao Yanagi, Botschafter von Japan in Deutschland: „Es ist mir eine große Freude, dass in den Räumlichkeiten dieses Forums, das eine neue Quelle kultureller Ausstrahlung in die Welt bildet, das Museum für Asiatische Kunst mit seinem reichen Bestand an kostbaren Kunstwerken aus Japan wie Teegeräte, Bilderrollen oder Ukiyoe-Drucke wieder seine Tore öffnet und darin auch dieses neue Teehaus eröffnet wird.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Das Japanische Teehaus im Humboldt Forum steht für die Verbindung von Tradition und Gegenwart und für die Verbundenheit zwischen Japan und Deutschland. Für das Humboldt Forum ist das Teehaus eine große Bereicherung. Denn die Teezeremonie bringt Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft zusammen und ermöglicht Austausch und die Erfahrung von Gemeinschaft. Mit diesem Angebot unterstreicht das Humboldt Forum seinen Anspruch, ein Ort interkultureller Verständigung zu sein.“