Richtfest am Pergamonmuseum

Mit dem Richtfest über dem Rohbau des Tempietto – ein neuer, zentral gelegener und gläserner Eingang – wurde gerade ein weiterer Meilenstein im Rahmen der Grundinstandsetzung und Ergänzung am Pergamonmuseum erreicht. Der Rohbau prägt schon jetzt das neue Erscheinungsbild des Gebäudekomplexes auf der Museumsinsel.

Während im nördlichen Teil des Pergamonmuseums gebaut wird, ist der Südflügel (rechts) für Besucher geöffnet. Fotos: BBR/Peter Thieme
Während im nördlichen Teil des Pergamonmuseums gebaut wird, ist der Südflügel (rechts) für Besucher geöffnet.
Fotos: BBR/Peter Thieme

Neben dem Tempietto (kleiner Tempel) ist auch ein vollständig neues Treppenhaus entstanden, das einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Gebäudes leisten wird. Damit und mit der Fertigstellung der Lichtdecken und Glasdächer über dem Mittelbau des Museums sind weite Teile der Rohbauarbeiten abgeschlossen und die Ausbauphase hat begonnen. Ein wichtiges Ziel ist es, das Haus den Anforderungen in Bezug auf den zahlreichen Publikumsverkehr und die heutigen Besucherbedürfnisse anzupassen und für einen barrierefreien Zugang zu sorgen.

Ebenfalls im Rohbau fertiggestellt ist ein Teil der zukünftigen Archäologischen Promenade unterhalb des Gebäudes, die nicht nur mit dem Eingangspavillon, sondern künftig auch mit den Häusern der Museumsinsel unterirdisch verbunden ist.

Der Hellenistische Saal beeindruckt mit seinen groß-architektonischen Bauten in Zukunft auf dem Rundgang Antiker Architekturen innerhalb des Pergamonmuseums.
Der Hellenistische Saal beeindruckt mit seinen groß-architektonischen Bauten in Zukunft auf dem Rundgang Antiker Architekturen innerhalb des Pergamonmuseums.
Visualisierung: @ ART + COM

Im Zuge der Grundinstandsetzung und Ergänzung werden neben einer Ausstattung des Hauses mit moderner Gebäudetechnik auch neue Treppenhäuser und Aufzüge innerhalb des Pergamonmuseums eingebaut. Dafür weichen massive Mauerwerkswände, welche die bisherigen Ausstellungsräume voneinander trennen. Diese Umstrukturierung der Raumaufteilung ist besonders für den „Rundgang antiker Architekturen“ bedeutsam: Damit dieser künftig auch als einladende und vor allem verbindende Flaniermeile funktioniert, erfolgt der Rückbau tragender Wände im Nordflügel. Sie werden durch neue Säulen-Konstruktionen ersetzt.

Auf Ebene des Forums bieten die instandgesetzten Räume des Nordflügels in Zukunft unter anderem Platz für Gastronomie.
Auf Ebene des Forums bieten die instandgesetzten Räume des Nordflügels in Zukunft unter anderem Platz für Gastronomie.

Das Pergamonmuseum zählt seit seiner Eröffnung im Jahr 1930 zu den weltweit bedeutendsten Tageslichtmuseen und präsentiert seine Architektur-Großexponate unter nahezu durchgehender natürlicher Beleuchtung. Zu den wesentlichen Bestandteilen des Bauvorhabens zählen daher auch die Instandsetzung und Verstärkung der Dachtragwerke mit neuen Verglasungen und die Erneuerung der Lichtdecken, durch die das Tageslicht in die Ausstellungssäle fällt. Oberhalb des Hellenistischen Saales sind die Arbeiten hierfür vollständig abgeschlossen, oberhalb des Pergamonsaales und im Nordflügel sind sie weit fortgeschritten.

Der Pergamonsaal wird nach seiner Wiedereröffnung den weltberühmten Pergamonaltar perfekt in Szene setzen.
Der Pergamonsaal wird nach seiner Wiedereröffnung den weltberühmten Pergamonaltar perfekt in Szene setzen.
Visualisierung: @ ART + COM
Hintergrund

Das Pergamonmuseum wurde als fünftes Haus auf der Museumsinsel Berlin-Mitte in den Jahren 1907 bis 1930 von dem Architekten Alfred Messel und nach dessen Tod 1909 von Ludwig Hoffmann geplant und realisiert. Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Reparaturen erfolgten schrittweise; die ersten Säle wurden 1951 wiedereröffnet. 1982 erhielt das Pergamonmuseum eine neue zentrale Eingangshalle.

In den 1990er-Jahren begonnene Untersuchungen zeigten große Schäden an der Stahlkonstruktion des Daches und den Lichtdecken, an den Fassaden und Gesimsen bis hin zur Gründung unter dem Ehrenhof. Die technische Ausrüstung ist veraltet und die Funktionalität für einen zeitgemäßen, besucherstarken Museumsbetrieb nicht mehr gegeben. Der schlechte Bauzustand erfordert eine umfassende Grundinstandsetzung des Gebäudes.

Innerhalb des Gebäudes wird die Grundinstandsetzung und Ergänzung in zwei Bauabschnitten bei laufendem Museumsbetrieb realisiert. Der aktuelle Bauabschnitt A umfasst den gesamten Nordflügel, den Mittelbau mit dem Pergamonsaal und den Neubau des Tempiettos. Die Bauarbeiten begannen im Januar 2013 im leer geräumten Nordflügel. Der Pergamonsaal wurde im Herbst 2014 für den Besucherverkehr geschlossen. Nach Fertigstellung des Bauabschnitts A erfolgt der Besucherzugang bis zur Fertigstellung des Bauabschnitts B über einen provisorischen Eingang auf der Ostseite (Rückseite) des Mittelbaus. Am Ende der komplexen Grundinstandsetzung wird mit einem neu erstellten Verbindungsgebäude erstmals ein vollständiger Rundgang durch den Gebäudekomplex möglich sein.

Eine Fertigstellung des Bauabschnitts A ist laut Plan für 2023 vorgesehen, eine Verzögerung bis 2025 wird wegen schwieriger Rahmenbedingungen aktuell vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung nicht ausgeschlossen.

www.smb.museum