28. November 2022
Geschlossen: Der U-Bahnhof Französische Straße bleibt dicht.

U-Bahnhof Französische Straße für immer dicht

Was wird aus dem alten U-Bahnhof Französische Straße? Das fragen sich viele, die den alten Bahnhof im Herzen der Stadt kennen. Seit Ende 2020 ist er wegen seiner geringen Distanz zum neuen Bahnhof Unter den Linden geschlossen und zahlreiche Ideen sind – schon im Vorfeld der Schließung – von verschiedenen Interessenten geäußert worden.

Auch im Bezirksamt Mitte hat man sich dazu Gedanken gemacht und Bürgermeister Stephan von Dassel hätte sich nach seiner Aussage „eine Menge toller Sachen im Untergrund an dieser prominenten Stelle zwischen Friedrichstraße und Unter den Linden vorstellen können“. Es hätte ein exklusiver Kulturort mit kleiner Bühne für Theaterperformances oder Clubkonzerte, eine „abgefahrene“ Bar oder ein schickes Restaurant werden können. Inzwischen ist jedoch klar, dass nichts dergleichen geschehen wird. „Das alles müssen Träume bleiben, darüber haben wir im Bezirksamt jetzt leider Gewissheit“, sagt er in seinen Februar-News.

Geschlossen: Der U-Bahnhof Französische Straße bleibt dicht.
Geschlossen: Der U-Bahnhof Französische Straße bleibt dicht.

Gemeinsam mit Vertretern der Berliner Verkehrsbetriebe und einem interessierten mutmaßlichen Betreiber hatte von Dassel die Gelegenheit, den seit der Eröffnung des U-Bahnhofes Unter den Linden am 4. Dezember 2020 dauerhaft geschlossenen U-Bahnhof Französische Straße zu besichtigen. Dabei gab es eine zentrale Aussage der BVG-Experten: Mit der Entwidmung des U-Bahnhofes als Bahnhofsanlage gemäß der Tunnelbaurichtlinien ist dieser Bereich künftig eine Tunnelanlage. Für diese Tunnelanlage gelten hohe Brandschutz- und Evakuierungsanforderungen. Jedwede betriebsfremde Nutzung ist deshalb gemäß der Vorschriftenlage nicht gestattet. Ein Eingriff in die Statik der Tunnelanlage, der für einen Umbau zur kulturellen Nutzung notwendig wäre, würde den Bestandsschutz des Gebäudes aufheben und hätte erhebliche bauliche Nachjustierungen zur Folge.

Deshalb wurde eine einfache Lösung beschlossen: Geplant ist nun, von den vier vorhandenen Ausgängen zwei Ausgänge dauerhaft zu schließen und „abzudeckeln“, zwei weitere Ausgänge werden saniert und bleiben erhalten.

Für den 1923 in Betrieb genommenen Bahnhof ist damit endgültig das Aus besiegelt. Er wird erneut zu einem Geisterbahnhof im Ost-Berliner Untergrund, so wie schon in den DDR-Zeiten bis zum Mauerfall.