La Dolce Vita auf hoher See

Die Costa Diadema im Hafen.
Die Costa Diadema im Hafen.

Leise gleitet das Kreuzfahrtschiff Diadema über das ruhige Meer. Das bisher größte und eleganteste Schiff von Costa bewegt sich seit zwei Jahren im einwöchigen Turnus rund um Bella-Italia und bietet Platz für etwa 3000 internationale Passagiere. Seit Juli sind fünf Dauergäste mehr an Bord: Roboter des Modells Pepper begrüßen und unterstützen die Passagiere. Die weltweit ersten Roboter, die menschliche Emotionen erkennen, helfen beim Einchecken und Orientieren und geben Tipps zu Veranstaltungen und Restaurants. Die lustigen Gestalten sind nur 1.20 Meter groß, sprechen drei Sprachen und sind ausgerüstet mit Touchscreen, Kameras und Laufrädern.

Die Italiener mit ihrer ausgelassenen Lebensfreude werden besonders viel Spaß damit haben. Sie bilden die größte Gruppierung auf den Reisen. Zahlreiche deutsche Gäste wissen hingegen zu schätzen, dass Sprachbarrieren eine untergeordnete Rolle spielen. Die tägliche Bordzeitschrift und die Speisekarten sind beispielsweise in deutscher Sprache zu lesen. Gibt es irgendwelche Anliegen, lässt sich an Bord auch entsprechendes Personal finden, das man an den Ansteckfähnchen des jeweiligen Landes an den Revers erkennt.

Um das Schiff vollständig zu erkunden, braucht man mitunter mehrere Tage. Dass heutzutage jeder Luxusliner neben Theater, Kino und Spielcasino auch über Spas, Sportstätten und Einkaufsmöglichkeiten sowie zahlreiche Bars und Restaurants verfügt, gehört inzwischen zur Selbstverständlichkeit. Küche, Unterhaltung, Ausstattung und Service unterscheiden sich allerdings von anderen schwimmenden Kleinstädten. Auf diesem Schiff haben sich innenarchitektonisch mehrere italienische Künstler mit ihren Ideen und Kunstwerken verewigt.

Zu den Highlights gehört der Spa-Bereich Samsara, der sich auf vier Ebenen verteilt. „Samsara“ ist ein mythisches Wort und erinnert an asiatische Kulturen. Es besagt, dass Körper und Geist eine Einheit bilden sollen. Dementsprechend sind die von orientalischer Philosophie beeinflussten Beauty-Behandlungen und Fitness-Kurse ausgerichtet und werden gern angenommen.

Die Gäste schauen den Köchen gern bei ihren lustig inszenierten Kochkünsten zu.
Die Gäste schauen den Köchen gern bei ihren lustig inszenierten Kochkünsten zu.

Zur positiven Überraschung trägt auch die Küche bei. In den sieben Restaurants (vier mit Zuzahlung) wird auf ausgewogene Kost geachtet. Von Vegan bis zum Schlemmer-Buffet wird jede Geschmacksknospe angeregt. Dass die italienische Küche dabei Vorrang hat, wundert nicht: 14 verschiedene Regionen sind an der Zubereitung beteiligt. Unterhaltung spielt auf dem Schiff in vielerlei Hinsicht eine große Rolle. Ein abendlicher Restaurant-Besuch sorgt so für eine große Überraschung: Während beim Essen eine Band flotte Rhythmen spielt, lassen die Ober, bevor sie den Nachtisch reichen, ihre Arbeit ruhen und bitten die anwesenden Damen auf die Tanzfläche, um mit ihnen zu tanzen. Das Publikum jubelt mit wedelnden Servietten.

Heiße Rhythmen in der Bar Eliodoro.
Heiße Rhythmen in der Bar Eliodoro.

Überhaupt bewirkt Livemusik Unglaubliches. Schnell stellt sich heraus, wann und wo am Abend bei heißer Musik die Post abgeht. So wie in der Bar Eliodoro: Mitternacht ist vorbei, die Tanzfläche rammelvoll. Diejenigen, die sich langsam abseilen, rocken weiter in den gläsernen Fahrstühlen, bis sie sich den Blicken der Zuschauer entziehen. Wem das alles zu viel Rummel ist, der kann auf dem Deck der Open-Air-Promenade spazieren, denn sie misst einen halben Kilometer.

Ausblick auf Manarola, einem der Orte der Cinque Terre.
Ausblick auf Manarola, einem der Orte der Cinque Terre. Fotos: Elke Thonke

Am Morgen danach locken Landgänge zu verschiedenen Ausflugszielen. Einige zieht es nach Florenz, andere in die Toskana oder nach Pisa. Auch die Cinque Terre, deren fünf romantische Dörfer zum Weltkulturerbe gehören, sind ein magischer Anziehungspunkt. Und bei allen äußerst beliebt ist die Insel Capri. Jedoch können Schiffspassagiere nicht so lange dort verweilen, bis die rote Sonne im Meer versinkt. Allerdings kann man auf diesen Ausflügen für sich erkennen, ob man vielleicht den nächsten Urlaub in einer dieser reizvollen Gegenden verbringen möchte oder sich doch lieber auf einem Schiff in den Schlaf wippen lässt.                                                                                                         von Elke Thonke

Infos:
Die Schiffsreise ab Savonna/Italien kostet zwischen 669 Euro und 2.449 Euro. Zwei Kinder bis 18 Jahre können gratis in der Elternkabine mitreisen. Die Fahrt führt über Marseille, Barcelona, Palma de Mallorca, Rom und La Spezia. Einschiffung ist auch in Barcelona und Rom-Civitavecchia möglich. Service- Gebühren fallen extra an. Flüge und Transfers etwa 400 Euro.