5. Juli 2022
Außenansicht Knoblauchhaus. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Cornelius M. Braun

„Berliner Salon“ im Knoblauchhaus

Am 1. Juni eröffnet das Museum Knoblauchhaus nach über zwei Jahren pandemiebedingter Schließung wieder seine Türen und präsentiert erstmals mit dem „Berliner Salon“ einen völlig neuen Ausstellungsbereich, der dem preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel und den berühmten Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt gewidmet ist. Hier geht es um die Kommunikations-Netzwerke der sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasant entwickelnden Stadt hin zur Metropole. Vorab bereits in einem exklusiven 3D-Rundgang veröffentlicht, kann die erweiterte Dauerausstellung nun auch erstmals analog vor Ort erkundet werden – und das kostenfrei.

„Berliner Salon: Humboldt, Schinkel und Familie Knoblauch“ heißt der Ausstellungsbereich, der vorab exklusiv als virtueller 3D-Rundgang präsentiert wurde. Ergänzend zur bestehenden Ausstellung Berliner Leben im Biedermeier befassen sich die vier Ausstellungsräume mit dem großstädtischen Netzwerk des Seidenhändlers und Politikers Carl Knoblauch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen prominente Persönlichkeiten aus seinem Berliner Freundeskreis: der preußische Star-Architekt Karl Friedrich Schinkel, der Forschungsreisende Alexander von Humboldt und dessen Bruder, der Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt. Sie alle trugen zum Aufstieg des bürgerlichen Berlins bei.

Über den „Berliner Salon“

Der neue Ausstellungsbereich widmet sich der Vernetzung innerhalb der gebildeten Berliner Bevölkerungsschicht zur Zeit des Biedermeier (1815–1848). Im Vordergrund stehen dabei der vielfältig begabten Baumeister Karl Friedrich Schinkel und die gelehrten Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt. Mit ihnen stand die Familie Knoblauch, die einst hier lebte und nach der das Museum benannt ist, in enger Verbindung. Am historischen Ort wird dabei bewusst eine thematische Brücke zum nahegelegenen Humboldt Forum auf der Museumsinsel geschlagen. Schinkels Produktdesign, die Forschungsreisen von Alexander von Humboldt und die Sprachstudien seines Bruders Wilhelm stehen dabei als Beispiele für den Wissens- und Kulturtransfer im sich rasant entwickelnden Berlin der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Vom Bürgerhaus zum Museum
Außenansicht Knoblauchhaus. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Cornelius M. Braun
Außenansicht Knoblauchhaus.
© Stadtmuseum Berlin/Cornelius M. Braun

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen erhaltenen bürgerlichen Häusern des 18. Jahrhunderts in Berlins Mitte. Viele Jahre lang war es ein Treffpunkt für Familienfeste und ein Ort gesellschaftlicher Aktivitäten. Die wiederhergestellten Wohnräume sind im Stil des Biedermeier eingerichtet und zeigen, wie Berliner Kaufleute in der Zeit zwischen dem Ende der Napoleonischen Ära und der bürgerlichen Revolution in Deutschland lebten. Seit 1989 ist das Knoblauchhaus als Museum öffentlich zugänglich.