23. Juli 2024

Chöre singen zwischen den Zügen

Bahnhöfe sind Drehkreuz für Abschied und Ankommen, Aufbruch und Verheißung, Alltag oder Neubeginn. Es sind Orte, die uns alle zu Reisenden, zu Passagieren machen. Der Berliner Hauptbahnhof ist so ein Ort, an dem Menschen immer in Bewegung sind, umgeben von einer ständigen Geräuschkulisse von Zügen und Durchsagen – aber bislang ohne Chöre.

Auf dieser „Bühne des Alltags“ werden am Sonntag, den 10. September 2023, von 12 Uhr bis 18 Uhr, zwölf Berliner Chöre mit unterschiedlichsten Liedern der klassischen Chorliteratur in den alltäglichen „Bahnhofssound“ eingreifen. Chöre,  die sich unterschiedlichsten Musikrichtungen widmen und durch ihre Kostümierung hervortun.

Zu erwarten sind machtvolle und ergreifende Momente, die daran erinnern, dass Singen als universelle Sprache ein verbindender Bestandteil aller Kulturen ist: Eine, die alle Zellen erreicht, berührt und neugierig macht. Um die Dimension des Berliner Hauptbahnhofs und die Kraft der Chöre deutlich zu machen, werden an dem Sonntag alle 12 Chöre zu zwei Zeitpunkten gemeinsam Singen. Einmal gegen 15:00 Uhr und zum Abschluss der Veranstaltung gegen 18:00 Uhr. Die Veranstalter hoffen, die Reisenden und Besucher mit über 300 Stimmen überraschen zu können.

In der griechischen Antike galt der Chor als Vertreter des Volkes. Auf den Hauptbahnhof übertragen, spiegeln die Chöre die Reisenden. Sie sind ihre Vertreter. Dieser Gedanken wird durch die Einkleidung der Chöre unterstrichen: Sie werden in verschiedenen Kostümierungen erscheinen, Aufmachungen, die auf alltägliche gesellschaftliche Ikonografien verweisen.

SAVE THE DATE:

ZWISCHEN DEN ZÜGEN – Chöre im Berliner Hauptbahnhof
Chöre zwischen den Zügen. Foto: Veranstalter
Chöre zwischen den Zügen.
Foto: Heiner Mühlenbrock Produktion

WANN: Sonntag, 10.September 2023, 12 – 18 Uhr

SINGEN VERBINDET  –  SINGEN BESCHWÖRT DIE GEMEINSCHAFT

Die Veranstaltung ist den Menschen aus Bergamo / Italien gewidmet. Bergamo war das Epizentrum der ersten Welle der Pandemie in Europa gewesen und wurde zum „Symbol der Tragödie“. Gleichzeitig spendeten folgende Aktionen Trost: Aus der Stille traten die Menschen aus ihrer Isolation heraus, auf die Balkone und von dort haben sie singend Trost im Kontakt mit ihren Nachbarn gefunden. Bilder davon gingen um die Welt. Singen verleiht Flügel auch im größten Chaos und in Situationen der Verzweiflung.