Spionagemuseum mit neuer Ausstellung

Nach einer zweijährigen Umbauphase bei laufendem Betrieb hat sich das Deutsche Spionagemuseum am Leipziger Platz neu erfunden und präsentiert die umgestalteten Museumsräume mit seinen außergewöhnlichen Exponaten.

Mehr als 80 Prozent der Ausstellungsfläche hat Museumsdirektor Robert Rückel, der zuvor das DDR-Museum aufbaute, seit der Übernahme des Spionagemuseums im Sommer 2016 erneuert.

Als besonderen Coup konnten Rückel und Museumsgründer Franz-M. Günther in dieser Zeit auch die Sammlung Vreisleben mit 400 Stasi-Exponaten aus dem Kalten Krieg übernehmen, und so im Spionagemuseum erstmals der Öffentlichkeit zugänglich machen, darunter einzigartige zeitgeschichtliche Exponate wie eine KGB-Lippenstift-Kamera oder eine Maschinenpistole im Aktenkoffer.

Was wäre ein Spionagemuseum ohne versteckte Wanzen?
Was wäre ein Spionagemuseum ohne versteckte Wanzen?

In der Umbauphase wurden aber nicht nur neue Original-Exponate wie ein Feldtelefon- Abhörgerät aus dem 1. Weltkrieg oder ein Gürtelpeiler der SS ergänzt, sondern auch neue interaktive Module integriert, mit denen die Besucher etwa Wanzen suchen oder an einer anderen Station das Morsen lernen können. Wer sich einmal beim Knacken eines Tresors mittels Abhörgerät versuchen möchte, ist im Deutschen Spionagemuseum ebenso richtig wie angehende Agenten, die im neu geschaffenen Modulbereich »Human Intelligence« testen können, wie gut es ihnen gelingt, menschliche Quellen zur Gewinnung von Informationen zu nutzen. Gefragt ist dabei etwa das Lippenlesen oder das Bedienen eines Lügendetektors. Um Geschicklichkeit geht es auch beim neuen Parcours, der die kleinen Besucher seit Ende November durch einen zehn Meter langen Lüftungsschacht führt – wie er in keinem guten Spionagefilm fehlen darf.

Ein Feldtelefon und ein altes Abhörgerät.
Ein Feldtelefon und ein altes Abhörgerät.

Doch trotz der Erneuerung von über 80 Prozent der Museumsfläche und einer überarbeiteten didaktischen Ausrichtung gibt es auch Elemente, die gleich geblieben sind: So dürfen sich die Neugierigen nach wie vor über den grünen Spionage-Trabant mit Infrarot-Blitz- licht, den Laserparcours sowie die berühmt-berüchtigte Chiffriermaschine Enigma mitsamt Funktionserklärung freuen.

»Wir haben das Spionagemuseum interaktiv neu konzipiert und die Anzahl der ausgestellten Exponate verdoppelt, um den Gästen mehr Originale zu bieten. Zudem schreiben wir die Ausstellung andauernd fort und reagieren damit auf aktuelle Ereignisse wie etwa den Giftanschlag auf den Ex-Agenten Skripal. Die Welt der Spionage ist schließlich höchst innovativ und schläft nie«, erläutert Rückel seine Aufgabe.