19. September 2020
Die Franziskaner-Klosterkirche wurde zwischen dem Ende des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Osten Berlins an der Stadtmauer erbaut. Foto: Holger Herschel

Stadtspaziergänge durchs Mittelalter

Warum steht im Berliner Zentrum, unweit des Fernsehturms, eine alte Klosterruine? Vor über 700 Jahren kamen Franziskanermönche nach Berlin, um hier, am damaligen Stadtrand, das sogenannte Graue Kloster zu errichten. Als das Kloster nach der Reformation im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, baute hier der Alchemist und Drucker Leonhard Thurneysser die erste Druckerei in Berlin auf. Wenig später gründete die Stadt in den ehemaligen Klostergebäuden Berlins erstes städtisches Gymnasium. Nach der Zerstörung der Anlage im Zweiten Weltkrieg ist die Ruine der Klosterkirche nun eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse des Lebens im Berlin des Mittelalter. Noch heute erzählen ihre alten Backsteinmauern, ihre Grabdenkmäler und Inschriften viele Geschichten, die in der Führung spielerisch entschlüsselt werden.

An der Klosterruine starten die Spaziergänge durch das Mittelalter.
An der Klosterruine starten die Spaziergänge durch das Mittelalter.

Im Rahmen des Bildungsverbundes „Urbane Künste“ bietet das Märkische Museum am Samstag, den 12. September 2020, zwei kostenlose Führungen an. Die 3-stündige Tour mit Tobias Allers beginnt um 11 Uhr bzw. 14.30 Uhr am Eingang der Klosterruine.

Nach der Besichtigung und Erkundung der Ruine geht es entlang der nahegelegenen mittelalterlichen Stadtmauer und über die Spree zum Märkischen Museum. Der generationenübergreifende Stadtspaziergang zum Tag des offenen Denkmals endet am Spreeufer.


Klosterruine, Stadtmauer, Spree und Märkisches Museum: Kostenlose Stadtspaziergänge durchs Mittelalter zum Tag des offenen Denkmals am 12. September 2020

Start: 11 bis 14.00 Uhr bzw. 14.30 Uhr – 17.30 Uhr
Treffpunkt: Eingang der Klosterruine, Klosterstraße 73a, 10179 Berlin

Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

In der Klosterruine ist an diesem Tag, wie auch am Sonntag, 13.9.2020, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr die Ausstellung „Recession Grimace“ zu sehen. Seit 2016 werden jährlich Künstler*innen eingeladen, um die Klosterruine ins Licht der Gegenwart zu rücken und neue Perspektiven auf und für sie zu öffnen.

Die Ruine der Klosterkirche ist barrierefrei zugänglich. Gäste mit Kommunikations- bzw. Assistenzhilfebedarf melden diesen bitte unter (030) 9018 37462 oder per E-Mail an an.

Die Klosterruine und das Märkische Museum sind Mitglieder des Bildungsverbundes „Urbane Künste“ des Fachbereichs Kunst, Kultur und Geschichte, Bezirksamt Berlin Mitte, der das Führungsangebot ermöglicht.