29. Mai 2024
The Mirror im chamäleon Theater

THE MIRROR ist im Chamäleon zurück

Eine Erfolgsgeschichte geht weiter: Fast genau ein Jahr nach der gefeierten Uraufführung bringt die australische Zirkuskompanie Gravity & Other Myths (GOM) ihren Hit The Mirror zurück ins Chamäleon. Acht Wochen Spielzeit vor ausverkauftem Haus waren nicht genug, das Berliner Publikum wollte mehr. Und das bekommt es jetzt in jeder Hinsicht.

Denn wer Abend für Abend die Schwerkraft bezwingt, kennt keinen Stillstand: GOM zeigen ab Ende August auf der Chamäleon-Bühne nicht einfach eine Wiederholung ihres Erfolgsstücks, sondern die nächste Entwicklungsstufe. „Eine Live-Performance ist wie eine lebendige, atmende Leinwand und daraus ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten und Herausforderungen“, sagt GOMs künstlerischer Leiter Darcy Grant, der bei The Mirror auch Regie führt. „Wir haben als Kompanie das Glück, auf viele große Talente zurückgreifen zu können – und so werden wir dieses Stück mit einem verblüffenden neuen Künstler-Ensemble auf eine ganz neue Ebene heben.“

Im Kern bleibt The Mirror dabei eine raffinierte Körperkunst-Performance, die sich spielerisch bis philosophisch mit Geschlechterrollen auseinandersetzt, mit medialer Selbstinszenierung, mit Körperwahrnehmung und zerbrechlicher Selbstliebe. Wie viel wollen, wie viel sollen wir zeigen, scheinen sich die Performer zu fragen, wenn sie sich dem Publikum offenbaren, mit Bewegungen, Gesten, Blicken; wenn sie von der Handkamera auch bis in den Backstage-Bereich verfolgt werden. Immer den Spiegel im Blick, das Tor zum Ich, zur Seele oder zum Abgrund.

Als Koproduktion mit dem Chamäleon gehört The Mirror offiziell zum Repertoire des Hauses. Und so freut sich Intendantin Anke Politz sehr, dem Publikum einen neuen Blick auf das Stück verschaffen zu können. „The Mirror ist eines der prägnantesten und gefragtesten Stücke, das wir je aufgeführt haben“, sagt sie. „Abgesehen von ausverkauften Vorstellungen und begeisterten Kritiken, gab es lange Wartelisten von Interessenten an der Kasse, die wir in der letzte Spielzeit leider nicht alle bedienen konnten.“ Hinzu komme, dass The Mirror zu den komplexen Stücken zähle, die lange nachhallen und zum mehrmaligen Anschauen einladen würden. „Thematisch bleibt es ein irritierend relevantes Stück, das uns unser Dilemma der ständigen Selbsterschaffung und -inszenierung deutlich macht“, sagt Politz. „Gleichzeitig holen wir dabei eben nicht einfach dieselbe Produktion zurück, sondern erschaffen gemeinsam mit GOM eine Fassung, die viele neue Facetten zum Vorschein bringt.“

Gravity & Other Myths: The Mirror

Chamäleon Berlin
in den Hackeschen Höfen

Spielzeit bis 7. Januar 2024.

Foto: Andy Phillipson