30. November 2020
Attackiert wurden auch Werke in der Alten Nationalgalerie.

Vandalismus: Anschlag auf der Museumsinsel

Ein Fall von Vandalismus hat neue Ausmaße angenommen: Unbekannte Täter haben am 3. Oktober 2020 in vier Museen der Museumsinsel Berlin-Mitte zahlreiche Ausstellungsstücke mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt und verunreinigt. Betroffen sind vor allem Objekte im Neuen Museum und Pergamonmuseum, dazu einige wenige Objekte im Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ und in der Alten Nationalgalerie.

Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel.
Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel.
© SPK / ART+COM, 2015

Wann die Beschmutzungen stattfanden, konnte nicht beobachtet werden. Der oder die Täter haben sehr verdeckt gehandelt und anscheinend Momente ausgenutzt, in denen das Aufsichtspersonal und andere Besucher das Vorgehen nicht beobachten konnten. Aus ermittlungstaktischen Gründen waren die Museen bisher zu Stillschweigen verpflichtet.

Die jeweils verspritze Flüssigkeitsmenge war gering, die Beschmutzung konnte in vielen Fällen rasch gereinigt werden. Sichtbarer verschmutzte Objekte wie Stein- und Holzskulpturen werden bereits restauratorisch untersucht bzw. behandelt. Hier wurden bereits gute Erfolge erzielt; die restauratorischen Maßnahmen sind aber noch nicht abgeschlossen. Gemälde sind zum Glück nicht direkt betroffen.

Die Staatlichen Museen zu Berlin sind bestürzt über diesen Akt des Vandalismus und verurteilen ihn aufs Schärfste. “Unser kuratorischer Ethos und niederschwelliger Vermittlungsansatz sieht vor, unseren Besucherinnen und Besuchern einen möglichst direkten Kontakt und unmittelbaren Dialog mit den Ausstellungsstücken zu ermöglichen. Daher werden viele Objekte – vor allem Skulpturen – nicht in Vitrinen oder hinter Glas ausgestellt. Millionen von Besucherinnen und Besuchern schätzen und würdigen dieses Herangehen und nähern sich behutsam und respektvoll den Objekten und Exponaten.”

Dieser Ansatz impliziere allerdings stets auch ein latentes Risiko vor mutwilligen und bewussten Beschädigungen und Verschmutzungen, was auch auch durch strenge Sicherheitsmaßnahmen nie einhundertprozentig ausgeschlossen werden könne. Die Staatlichen Museen zu Berlin unterstützen die Ermittlungen von Polizei und Landeskriminalamt und erbitten von Besucherinnen und Besuchern, die am 3. Oktober 2020 in den Museen der Museumsinsel Berlin in Bezug auf diese Verschmutzungen Beobachtungen gemacht haben, zweckdienliche Hinweise an das LKA 444 (Tempelhofer Damm 12, 12101 Berlin) unter der Rufnummer (030) 4664-944409 oder an jede andere Polizeidienststelle.