18. September 2021
Unlängst begrüßte SPK-Präsident Hermann Parzinger die Ministerpräsidenten der Länder in der frisch sanierten Neuen Nationalgalerie. Foto: Florian Gaertner/photothek.de

Ministerpräsidenten in Neuer Nationalgalerie

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einer Besichtigung der generalsanierten Neuen Nationalgalerie eingeladen. Das Haus von Ludwig Mies van der Rohe wird am 21. August feierlich eröffnet. Der Einladung waren die Ministerpräsidenten Andreas Bovenschulte (Bremen), Volker Bouffier (Hessen), Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz), Tobias Hans (Saarland), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg), Bodo Ramelow (Thüringen), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Peter Tschentscher (Hamburg) gefolgt. Gemeinsam mit dem kommissarischen Direktor der Nationalgalerie, Joachim Jäger, führte Parzinger die Ländervertreter durch den Tempel der westlichen Moderne.

Der Stiftungspräsident:

„Vor zwei Jahren haben Sie die noch nicht eröffnete James-Simon-Galerie besucht, jetzt dürfen wir Ihnen die Neue Nationalgalerie zeigen, in die gerade die Kunst wieder einzieht. Ihr Besuch ist Ausdruck der Wertschätzung für die SPK und ich möchten Ihnen sehr für Ihr Engagement danken. Besonders im Reformprozess, der nun zu einem guten Abschluss gekommen ist, waren die Stimmen der Länder ausgesprochen wichtig. Die SPK möchte noch stärker als bisher ein Schaufenster auch für Kultureinrichtungen aus den Bundesländern sein. Auch wenn der Bund den Löwenanteil finanziert, so sind wir doch stolz auf unser föderales Fundament.“

Die Neue Nationalgalerie kurz vor der Wiedereröffnung.
Neue Nationalgalerie, 2021
© BBR / Marcus Ebener / Ludwig Mies van der Rohe

Nach der Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erklärten sich neben dem Bund zunächst nur die Länder Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bereit, die Stiftung zu finanzieren. Ab 1975 beteiligten sich auch die übrigen Bundesländer. Das erste „Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ zwischen dem Bund und den damals elf Ländern war daher ein Meilenstein in der Geschichte der Stiftung. Es stellte ihre Arbeit auf eine solide finanzielle Grundlage und machte sie endgültig zu einer gesamtstaatlichen Einrichtung. Nach der deutschen Wiedervereinigung traten am 1. Januar 1992 auch die fünf neuen Bundesländer dem Finanzierungsabkommen bei. Nach einer Übergangsphase und längeren Verhandlungen wurde 1996 ein neues Finanzierungsabkommen unterzeichnet. Dieses „Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ gilt bis heute.

Parzinger weiter: „Die Stiftung wird von allen getragen und deshalb ist sie auch für alle da. Durch ihre föderale Struktur ist die SPK bestens geeignet, gesamtstaatliche Aufgaben zu übernehmen.“ Der Präsident nannte als Beispiele die Deutsche Digitale Bibliothek, die die digitalen Angebote deutscher Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute vernetzt und einen freien Zugang zu kulturellem und wissenschaftlichem Erbe schafft. Außerdem erwähnte er die bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelte Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts und das Institut für Museumsforschung als eine bundesweit tätige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung für vielfältige Aspekte des Museumswesens.

Der SPK-Präsident kündigte an, dass die Stiftung ihr Föderales Programm, bei der Museen aus den Ländern bereits kuratierte und bestückte Ausstellungen übernehmen können, ausbauen wolle. Auch die Zusammenarbeit mit den Landesvertretungen werde intensiviert.

Interessierte können über eine eigens entwickelte Website die einzelnen Sanierungsmaßnahmen vom Türknopf bis hin zu den riesigen Fensterscheiben nachverfolgen.

Die offizielle Schlüsselübergabe fand Ende April 2021 statt.

 

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Unlängst begrüßte SPK-Präsident Hermann Parzinger die Ministerpräsidenten der Länder
in der frisch sanierten Neuen Nationalgalerie.
Foto: Florian Gaertner/photothek.de