Programm Paradise Found in der Klosterruine

Am Samstag, 27. Juli 2019, findet um 18 Uhr die zweite Veranstaltung des Musikprogramms Paradise Found mit Bendik Giske, Nile Koetting, Michelle Woods und Cucina Povera in der Ruine der Franziskaner Klosterkirche Berlin statt.

Das von der interdisziplinären Plattform Creamcake kuratierte Programm Paradise Found reagiert auf die extremen Verhältnisse unseres gegenwärtigen Zeitalters der Beschleunigung mit einem einfachen, wenn auch radikalen Vorschlag: Talente zu fördern und sie sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln zu lassen. Die Installation »Playground«, die von der Ruine eines mittelalterlichen Franziskanerklosters flankiert wird, wird zum Schauplatz für Live-Performances und Installationen, die sich mit den Themen Geschwindigkeit und Entschleunigung, Konzentration und Kontemplation, Lärm und Stille auseinandersetzen und den Zuhörenden zum Verweilen in der paradiesischen Umgebung einladen.

Unter den teilnehmenden Musikern, Komponisten, Produzenten,  Interpreten sowie Künstlern befinden sich neben etablierten Namen auch aufstrebende Talente. Diese Auswahl zeugt von der Bemühung, nicht an dem hohen Umsatz des menschlichen Kapitals innerhalb der sogenannten Erlebniswirtschaft von Festivals und kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, sondern diese arkadische Alternative zu praktizieren.

Paradise Found heißt das kommende musikalische Programm in der Ruine der Franziskaner-Klosterkirche, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Paradise Found heißt das kommende musikalische Programm in der Ruine der Franziskaner-Klosterkirche, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Foto: Holger Herschel

Am zweiten Abend der Serie antworten die eingeladenen Teilnehmenden auf die spezifische räumliche Ausrichtung der Kirche als Symbol von Konvention und institutioneller Macht.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen Creamcake und dem Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamtes Mitte.

Die Franziskaner-Klosterkirche wurde zwischen dem Ende des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Osten Berlins an der Stadtmauer erbaut. Inmitten des historischen Zentrums und in direkter Nachbarschaft zum Alexanderplatz gilt der Baukörper der Klosterruine als herausragender Orientierungspunkt in der Berliner Stadtarchitektur und verweist auf eine vielfältige und ereignisreiche Geschichte. Die archäologische Sondierung der historischen Klosteranlage hat gut erhaltene Fundamente des Kreuzganges und Kapitelhauses an der Nordwand der Ruine entdeckt, die Berliner Stadtgeschichte eindrücklich machen.